Wat is dat herrlich, wenn alle aus dem Haus sind und ich keine nennenswerten Dinge zu erledigen habe 😉 Diese Zeit gehört ganz mir und ich habe gefĂŒhlte tausend Möglichkeiten, sie zu nutzen. Da ich ja nun schon bei einigen Blogaktionen teilgenommen habe, mache ich jetzt meine eigene! Hiermit fordere ich meine werten Leser zu einem Achtsamkeitsspaziergang auf! Wie das geht, was damit verbunden ist usw. erklĂ€re ich euch mit meinem ersten Post.

Mein Morgen beginnt mit der Idee zu einem spontanen Spaziergang. Die Sonne schiebt sich am Horizont hervor und taucht die Wolken in wundervolle Farben. Nachdem ich meine Kinder in die Schule und die Kita gebracht habe, gehe ich in die KĂŒche. um mir einen Kaffee „auf die Faust“, „fĂŒr die Hand“ oder einfach „to-go“ mache. Draußen ist die Luft einfach herrlich frisch – zwar frostig kĂŒhl, aber dennoch angenehm. Ich schnappe mir meine Handstulpen, meinen Becher und ziehe losIMG_2387!

Dabei verzichte ich auf MĂŒtze und Schal, die trockene KĂ€lte fĂŒhlt sich heute so angenehm an. Kurz die Straße ĂŒberquert und schon auf dem Landweg. Ich atme einmal tief ein. Was rieche ich? Keinen Gestank der fressenden Pferde auf der Koppel, sondern angenehmer Duft nach frischem und warmem Heu, der sich mit dem eigenen Geruch der Pferde und dem des Erdreiches mischt – ein schöner Geruch, so kann es weitergehen. WĂ€hrend ich also meinen Kaffeebecher im Baum parke und den Pferden zuschaue, nehme ich mir glatt mein Handy, um diesen Moment festzuhalten. Nach einem Moment des Verweilen ziehe ich weiter.IMG_2388 Ich ĂŒberquere eine Hauptstraße und befinde mich nun auf ruhigerem Terrain. Hier fahren wenige Fahrzeuge, ein Trecker hier, ein MĂŒllwagen dort und ab und zu ein einsames Auto. Es ist fast ruhig – morgendliche Stille eben. Neben mir zwitschern die Vögel in den kleinen BĂŒschen links des Weges. Ich höre zu und freue mich ĂŒber das geschĂ€ftige Treiben der kleinen Wesen. Vor mir zeichnet sich schon das kleine HĂ€uschen unseres HĂŒhnerbauern ab. Dort steht ein Automat, an dem man 24 Std. lang frische Eier von fröhlichen HĂŒhnern, frische Äpfel, leckere Kartoffeln und ab und zu auch mal Honig erstehen kann. Ich entscheide mich fĂŒr die Eier und hole das Geld aus meiner Tasche. Mit einem Klick öffnet sich die kleine TĂŒre und lĂ€sst nun 10 frische Eier von glĂŒcklichen Junghennen mein Eigen sein. IMG_2379

Bepackt mit frischen Eiern – eigentlich blöd, weil ich sie ja nun mitschleppen muss, aber was nimmt man nicht gern fĂŒr ein deftiges FrĂŒhstĂŒck in Kauf… – geht es weiter auf die morgendliche Reise. mein Weg fĂŒhrt nun direkt am Hof vorbei. Hier steht ein großer Trecker in der Einfahrt und wartet schon auf seinen Einsatz. Der Motor lĂ€uft – der Bauer ist also nicht weit. Als ich ihn gesichtet habe, folgt ein kurzer Gruß und er zieht des Weges davon. IMG_2380Einige Meter weiter sehe ich noch eine alte Treckerspur auf dem Boden. Dort hat sich Wasser gesammelt, das nun gefroren ist. Sieht schon irgendwie besonders aus… Wenn ich genauer hinschaue, zeichnet sich noch in dem Gefrorenen ein Muster ab: kleine Risse im Eis. Nachdem ich das Handy wieder in die Tasche stecke, wandere ich auf der Suche nach interessanten Motiven weiter. IMG_2377NatĂŒrlich muss ich auch noch die Sonne knipsen, die sich unaufhörlich durch die tief hĂ€ngenden Wolken schiebt. Wie immer, nehme ich auch das GeĂ€st eines Baumes mit ins Bild – ich steh halt drauf 🙂 Auch hier bleibe ich ein Weilchen, trinke noch einen Schluck aus meinem Becher und genieße den Geschmack auf meiner Zunge. Herrlich! Ich sehe mich um, achte auf Kleinigkeiten, schĂ€rfe meine Sinne: Der Geruch hat sich verĂ€ndert, nun riecht es nicht mehr ĂŒberwiegend nach Landluft, der erdige Anteil hat sich verstĂ€rkt. ich atme ganz tief ein und wieder aus. Die Luft zeichnet sich als Nebel vor meinem Gesicht ab.

IMG_2381Nun gehe ich ein lĂ€ngeres StĂŒckchen und genieße meine Ansichten. Nun lasse ich das Handy mal in der Tasche und behalte die EindrĂŒcke ganz fĂŒr mich allein. An einer Abzweigung bleibe ich stehe und fotografiere noch einmal die Sonne, die nun etwa höher steht. Auch dies lasse ich nun hinter mir. Mit der Gewissheit der aufsteigenden Sonne im RĂŒcken, nehme ich die Abzweigung und mache mich auf den Heimweg. Der Schotterweg zwischen zwei Feldern verursacht lautere GehgerĂ€usche, es knirscht ein wenig. Unbeabsichtigt kicke ich einen kleinen Stein davon und mache daraus ein Spiel. Ich kicke nun einen kleinen Stein mit etwas Kraft vorwĂ€rts und schaue genau hin. Wo landet er? Was gibt es dort zu sehen? Völlig unspektakulĂ€r landet es mitten auf dem Weg – es hĂ€tte durchaus etwas spannender sein dĂŒrfen, ja mehr noch poetischer, damit ich etwas Tolles zum Schreiben habe. Aber der Stein hat seinen eigenen Willen und lĂ€sst sich nicht von mir fĂŒr solche Spielereien benutzen. IMG_2383Drei Meter weiter finde ich aber ein lohnenswertes Fotoobjekt: Auf dem zufĂ€llig gestapelten Holz zeichnet sich noch etwas Raureif ab. Eine kalte Schicht ĂŒberzieht das eigentlich trockene Brennholz des Pferdehofes. Es muss ja auch nicht sofort in den Kamin und wartet scheinbar endlos auf seine Spaltung 🙂 Bald ist mein Weg zu Ende, denke ich mir, ich sitze bald wieder in der warmen HĂŒtte und mache mir leckeres RĂŒhrei mit Tieren der fröhlich freilaufenden HĂŒhner in meiner linken Hand. HMMM, bei der Vorstellung lĂ€uft mir schon das Wasser im Mund zusammen. IMG_2384Unbewusst wird mein Gang schneller. Meine Augen achten weiterhin auf Extravagantes und heften sich an den Wegrand. Hier liegt eine einsame Walnussschale. Wie kommt die wohl dahin? Weit und breit ist kein Walnussbaum zu sehen. MerkwĂŒrdig, aber extravagant. Sowas wollte ich doch!

Nun reicht es aber, denke ich mir, trinke noch einen Schluck aus meinem Becher und gehe mit der Gewissheit eines guten Startes in meine Woche flugs nach Hause. Auf den letzten Metern halte ich noch zwei EindrĂŒcke fĂŒr euch fest. IMG_2390IMG_2391Und verschwinde sogleich in meiner HaustĂŒr: Jetzt noch schnell ein leckeres FrĂŒhstĂŒck, dann einen Beitrag schreiben, danach die letzten Sachen fĂŒr meine heutige Farbexperimentierstunde in der dritten Klasse gepackt und mit freudigen EindrĂŒcken in den Tag gestartet.

Nun zu euch: Macht doch auch mal einen Achtsamkeitsspaziergang und achtet auf GerĂ€usche, GerĂŒche und Gesehenes. Haltet dabei die Stimmung im Allgemeinen und eure GefĂŒhle im Besonderen fest. Postet einen Beitrag und lasst es mich wissen. Ich komme gern zum Lesen vorbei! und wenn ich es im Laufe meines langen Tages (Zeugniskonferenzen, you know?) noch zeitlich schaffe, werde ich mal mit InLinkz was versuchen. Wenn alles klappt, kann ich damit eure (hoffentlich zahlreichen) BeitrĂ€ge direkt hier verlinken. Also traut euch!!!!

GefĂ€llt dir der Beitrag? Dann freue ich mich ĂŒbers Teilen 🙂

0 comments on “Achtsamkeitsspaziergang oder „Guten Morgen du wundervoller Tag!“”

  1. Hallo liebe Yvonne, Dein Achtsamkeitsspaziergang hört sich wundervoll an. So einen wĂŒrde ich sehr gerne auch einmal machen, aber frĂŒhmorgens warten im Moment andere Aufgaben auf mich. Es gibt aber durchaus Momente und SpaziergĂ€nge, wenn der kleine friedlich im Kinderwagen schlummert und alles ruhig ist, die Ă€hnlich schön sind.

    Liebe GrĂŒĂŸe, Tanja

    • Liebe Tanja,

      das kann man zu jeder Tageszeit machen – nicht nur am Morgen. Probier es einfach mal aus und schreib dazu. Deinen Beitrag wĂŒrde ich sehr gern hier verlinken. Wer weiß, wenn du dich traust, machen es (hoffentlich) noch viele andere nach. Ich freue mich auf eine Antwort 🙂
      Liebe GrĂŒĂŸe und viel VergnĂŒgen mit der Achtsamkeit und der Entschleunigung….

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