Die Idee ist da und erste Möglichkeiten der kreativen Umsetzung sind erprobt worden. Doch trotzdem wird es noch lange dauern, bis das Schulmaskottchen seine Form annimmt.

Dieser Beitrag knüpft an den ersten Teil meiner Serie „Wie ein Schulmaskottchen entsteht“ an und zeigt euch konkretere Arbeiten am späteren „Flacki“.

Vom Rohling zum farbigen Schulmaskottchen

Die modellierten Drachen sind nun fast alle getrocknet. Heute haben die Kinder beschlossen, dass sie ihre Drachen nun farbig werden sollen. Sie hatten tolle Ideen!!! Ich bin immer noch erstaunt, wie gut die Ergebnisse geworden sind – vor allen Dingen, da es sich um Schüler der ersten und zweiten Jahrgangsstufe handelt – ich kann es nicht oft genug sagen…. Doch genug der Worte, nun lasse ich Bilder sprechen:

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und hier die farbigen Exemplare:

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Festlegung der Einzelheiten

Im Kleinen haben wir das Schulmaskottchen schon halbwegs konkretisiert, dennoch fehlen noch ganz viele Schritte, bevor es nun wirklich perfekt wird.

In lebhaften Diskussionen und Mehrheitsentscheiden haben sich die Kinder nach und nach auf eine feste Gestaltbeschreibung geeinigt. Unser Drache soll folgendermaßen aussehen:

– Er steht auf zwei Beinen und hält zwei Arme in die Höhe, auf denen später ein Schulbuch liegen soll.

– Er hat einen kugeligen Bauch, der seinerseits in „schuppige“, geringelte Bauchhälften unterteilt wird.

– Sein Schwanz hat eine dreieckige Schwanzspitze und Zacken, die bis zum Kopf gehen.

– Seine Flügel sollen teils abgerundet sein und etwas abstehen.

– Er hat eine längliche Drachenschnauze mit kleinen Nasenlöchern und einem geöffneten Mund mit Zähnen.

– In seinem Gesicht ist eine Blesse zu sehen.

– Seine Augen sind oval und seine Ohren sitzen oben auf dem Kopf und sind nach hinten abgewinkelt. Außerdem haben sie eine spitze Form.

– Er hat kleine dicke Beine und an den Füßen Krallen.

Folgende Entwürfe haben die Kinder dazu aus Modelliermasse oder als Zeichnung gemacht.

 

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Es geht noch genauer

Im Folgenden kleine Kopfstudien:

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Zu guter Letzt wurde die mögliche Farbgebung für unser Maskottchen bestimmt. Lange Momente des Abstimmens, Abwägungen von Für und Wider, lauthalse Proteste und Diskussionen später haben die Kinder den Großteil der Farbgebung bestimmt. Eine Schnellskizze an der Tafel verrät nun unseren beschlossenen Konsens….

IMG_2744Die spätere Farbgebung ist teilweise noch variabel und bekommt durch die Strukturpaste sicherlich noch einige Schattierungen. Was wir jedoch schon jetzt festgelegt haben, ist der Einsatz des Dekomaterials: Filz für die Flügel, Glasnuggets und Acrylplättchen für einzelne Bereiche am Bauch, an der Schwanzspitze, an den Zacken und den Augen. Bei den Augen soll eine Besonderheit durch das Licht im Foyer unserer Schule hervorgebracht werden: Die Iris unseres „Flackis“ soll aus Glasnuggets entstehen, so dass das Licht den Effekt von „leuchtenden“ Augen entstehen lassen soll.

Ein Schulmaskottchen für alle

Nun habe ich alle Vorgaben meiner Schüler umgesetzt und eine dreidimensionale Figur aus lufttrocknendem Knet-Ton angefertigt. Morgen werde ich das Werk meinen Schülern und dem Kollegium präsentieren. Auch der Werklehrer wird dann mit ins Boot springen, so dass wir nun gemeinsam einen Schlachtplan für den Unterbau der Großfigur planen werden. Nun wird es bald richtig ernst – uiuiui!

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 Welche Farben soll der Drache haben?

Besprochen haben wir ja schon viel und über die Farben waren wir uns grundsätzlich auch einig. Einzig die Flügel wurden noch nicht so ganz ausdifferenziert. Das haben wir allerdings nun in einer Gruppenarbeit nachgeholt. Wobei Gruppenarbeit nicht wirklich stimmt, denn wir haben als Klassengruppe daran gearbeitet, also alle zusammen. Herausgekommen ist ein großes Wandbild in A0 oder sogar etwas größer…

 

Nach zögerlichem Vorzeichnen wurde dann mit buntem Krepp-, Ton- und Transparentpapier geknüllt und geklebt 🙂

Unser Großprojekt in der Zeitung

Der erste Schritt in die Öffentlichkeit wurde am 14.03.2015 in der örtlichen Tageszeitung vollzogen…

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Ein Schulmaskottchen in 3D

Nachdem der Werklehrer und ich gemeinsam an Skizzen, Holzgerüst etc. gearbeitet haben, wurde die große Skulptur nun an Ostern vorbereitet. Dusyma lieferte dazu wunderbar biegsamen Aludraht-Kaninchengitter, so dass das Formen im großen Stil begonnen werden konnte. Viele Stunden, massig Nerven und viele Schokokugeln zur Nervenberuhigung wurden benötigt, damit die grobe Form der großen Skulptur halbwegs fertig wurde. Es fehlen nun nur noch Zacken, Schwanzspitze, Flügel und Pfoten. Die möchte ich aber mit meinen Schülern modellieren – zumindest werde ich es mit ihnen versuchen…

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Die Kinder haben die kleinen Feinheiten aus Draht gebaut und angeheftet. Das gab schon ein kleines Tohuwabohu, da die Drahtenden schon sehr spitz und piksig sind, aber wir haben aufgepasst!!! Nur zwei Kinder haben nach dem Sprichwort „wer nicht hören will, muss fühlen“ eigene Erfahrungen mit dem piksigen Draht machen müssen… (2 von 21, eigentlich ne gute Quote…)

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Aus dem Hohlgerüst wird ein Drache

Weiter ging es am 24.04.2015 mit dem „gipsen“. Was war das für eine Schmiererei 😉 Da ich bereits etwas ausführlicher auf der Startseite berichtet habe, erspare ich mir auf der separaten Maskottchen-Seite noch einen Bericht zur Arbeitsweise und verweise stattdessen auf den Bericht. Das Material, das wir von Dusyma bekommen haben, hat jedoch nicht ausgereicht. 10 kg Gipsbinden waren doch etwas zu knapp bemessen und nun warten wir auf eine kleine Nachlieferung, um auch noch das Unterteil zu schließen.

In der Arbeitsweise haben wir vom eigentlichen Plan – die Binden schön glatt zu streichen- abrücken müssen und frei nach dem Motto „einfach nur draufklatschen, Hauptsache es hält“ gearbeitet. Es war nämlich überhaupt nicht einfach, die Gipsbinden am Draht zu befestigen. In dem Fall wäre wohl Pappmaché in groben Stücken einfachen gewesen. Aber wer will schon einfach, wenn es auch kompliziert gehen kann??? Immerhin hat unser Drache durch die nicht glattgestrichenen Ebenen schon mal ne kleine Strukturoberfläche auf seiner Drachenhaut. Verfeinert wird das Ganze ohnehin noch mit etwas Strukturpaste – aber auch nicht überall… Wir wollen ja etwas Abwechslung in die Figur bringen und überlegen dann noch mal gut, an welchen Stellen wir durch die Strukturpaste noch ein paar nette Akzente setzen. Immerhin kann ich heute – am Ende des Tages – doch sagen, dass sich die Arbeit am Drachen gelohnt hat und die Kinder nun noch mehr Feuer und Flamme für „ihren“ Flacki sin. Wenn er so groß vor ihnen steht, ist es doch etwas anderes als in der Fantasie. Und der Stolz, der ihnen ins Gesicht geschrieben steht, ist für mich ein wertvoller Lohn meiner unzähligen Stunden, die ich bislang in dieses große Projekt gesteckt habe…

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We <3 Flacki!

 Finale

Wir sind fast fertig 🙂

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Uns trennen nur noch wenige Kleinigkeiten vom krönenden Schluss… Glasnuggets um die Augen, Mosaiksteine auf Flügel, Blesse, Schwanz und Zacken sowie weitere Glasnuggets am Körper.

Das Projekt „Schulmaskottchen“ ist damit beendet und erfreut nach wie vor viele Schüler, Eltern und Lehrer :-).

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