Kategorie: [*.txt]

Schwermut [*.txt]

Depression, getrübte Gewässer

Dominik hat schon das zwölfte Wort herausgegeben und ich hinke noch mit dem elften hinterher. Zum elften Wort hätte ich ganze Romane schreiben können, handelt es doch von etwas, mit dem ich bereits tiefgebende Bekanntschaft machen konnte. Schwermut, Melancholie, Depression sind Begriffe, deren Worthülsen sich in meinem Leben schon mit Inhalt gefüllt haben. Eine Zeit, die noch nicht lange vorbei ist. Eine Zeit, die Teil meines Lebens wurde und an die ich oftmals denke.

Gerade deswegen soll mein Beitrag zum heutigen [*.txt]-Thema kein authentischer Beitrag werden, sondern einen Einblick in philosophischere Gedanken geben. Gedanken, die meine damaligen Gefühle in Worte einkleiden und dennoch immer brandaktuell zu sein scheinen. (mehr …)

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Glück [*.txt]

Glück

Als ich das aktuelle Wort für das [*.txt]-Projekt gelesen habe, habe ich mich gefreut.

Glück – das ist ein Wort, ein Begriff, mit dem ich gut hantieren kann. Zu dem mir etwas einfällt. Zu dem ich gern schreiben möchte. Und doch habe ich mir viel Zeit für den passenden Beitrag gelassen. Irgendwie war immer etwas Anderes wichtiger, als mich ganz konkret mit dem Glück – meinem Glück – auseinanderzusetzen. (mehr …)

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Wie du über Depressionen reden kannst- Gib auf mich Acht!

über Depressionen reden. Gib Depressionen ein Gesicht

Wie du als betroffene Person über Depressionen reden kannst, hast du vielleicht schon herausgefunden. Vielleicht bist du aber noch nicht bereit, darüber offen zu reden und hältst eine Fassade aufrecht. Dadurch wissen viele Menschen des Umfelds gar nichts von dieser heimtückischen Krankheit. Manchmal werden sie von der Offenbarung genauso überrollt, wie die Erkrankten von der Erkrankung… So wie in meinem sehr persönlichen Beitrag, in dem alle Karten auf den Tisch gelegt werden, um über Depressionen reden zu können wie über einen Knochenbruch. Ganz normal eben… (mehr …)

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Alles, was ich nicht hab´… => [*.txt]

Neidisch bzw. etwas betreten schaue ich auf die „perfekten“ Lebensgebilde meiner Freunde, Bekannten oder Kollegen. In jedem dieser individuellen Lebenskonstrukte „sehe“ ich etwas, das ich für mich gern hätte: Sei es das heimelige und urig gemütliche Haus, das moderne große Auto, der liebevolle und zugewandte Mann, die wundervolle „Normalfamilie“ oder das prall gefüllte Portemonnaie. „Deine Sorgen möchte ich haben“ ist dann schon mal lapidar zu hören, wenn man den Sinn des jeweiligen Gemeckers nicht ganz nachvollziehen kann. Wie so oft wird nämlich auf viel zu hohem Niveau gemotzt und der Blick nicht auf das Wesentliche gerichtet, sondern als selbstverständlich abgetan. Immer höher, schneller, weiter ist die Devise, nach der viele Menschen zu leben scheinen. Dein Haus, dein Auto, deine Familie! Wer hat das größte Stück vom Kuchen?

Der Anfang meines Beitrags <neidisch> ist daher zweideutig zu sehen. Natürlich hätte ich gern mehr vom Leben, ein festes Konstrukt, in dem ich halbwegs sorglos die Aufgaben des Lebens meistern kann. Aber ist es das wirklich? Kann ich nicht viel zufriedener sein, wenn sich der Blick von „dein“ auf „mein“ richtet? Wenn mir bewusst wird, was ich habe und wie ich lebe.  Dass ich kein „perfektes“ Gebilde brauche – das zwar unerschütterlich erscheint, jedoch schon an vielen Ecken bröckelt -, um mich wohl zu fühlen und zufrieden zu sein. Was brauche ich denn wirklich, was ich nicht schon habe?

Meine Kinder sind gesund, mein Beruf macht mir Freude, mein Auto fährt noch, mein Heim ist gemütlich und bietet viel Platz, mein Portemonnaie ist noch nicht leer. Warum „sehe“ ich das nicht und lasse mich viel zu sehr von dem lenken, was ich nicht habe? Ist das vielleicht ein stückweit menschlich, den Fokus zu sehr auf das „dein“, das „du“ oder „euer“ und „ihr“ zu richten? Nicht wirklich! Meines Erachtens macht das die Gesellschaft schon mit uns und wir springen auf diesen Zug auf. Du bist der Führer deines Zuges und ich führe meinen. Ob beide in die gleiche Richtung fahren oder in verschiedene, ist doch „wurscht“. Mein Leben ist gut so wie es ist! Deins auch???

IMG_3147Dieser Text ist ein Beitrag zum [*.txt]-Projekt des Österreichers Dominik Leitner. Die Vorgabe für das sechste Wort, um das sich diese Zeilen drehen, lautete: <dein>. Was ich draus gemacht habe, habt ihr schon lesen können. Welche Texte andere wiederum dazu produzieren, könnt ihr hier lesen.

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Ja – jahaaa, gleich !!!!! #[*.txt]

Eine Träumenase bin ich. Habe oftmals tolle Einfälle, lasse mich leicht ablenken und lebe ohnehin so in den Tag hinein. Komme ich heut´nicht, komme ich morgen – oder übermorgen??? Wer weiß, was mich noch so alles begeistert, ich kann die Welt doch nicht einfach kommentarlos an mir vorüberziehen lassen. Da würde ich vielleicht was ganz ungemein Wichtiges verpassen! Stellt euch mal alle schön hinten an, ihr könnt erstmal warten. Macht es euch bequem… ich komme ja gleich

Was bedeutet gleich???? In den Augen meiner Tochter definitiv etwas anderes als das, was ich unter <gleich> verstehe. Hierbei ist unsere individuelle Definition weit voneinander entfernt. Gleich = sofort, gleich = in wenigen Augenblicken, gleich = in ein paar Minuten oder gleich = nicht festgelegter Zeitraum. Dazwischen liegen also WELTEN.

Frage ich nach dem aktuellen Stand der Aufräumsituation heißt es „bin gleich fertig“. Mit dieser Antwort bin ich nahezu zufrieden. Also bedeutet dies, dass ich in wenigen Minuten ein aufgeräumtes Zimmer sehe und mir sogleich den Staubsauger schnappen kann, um das geordnete Chaos eines Kinderzimmers in nahezu besenreinen Zustand zu versetzen. Wenn ich mich dann jedoch entsprechend „bewaffne“ und vor der Zimmertür um Einlass bitte, trifft mich fast der Schlag: Ich bin gleich fertig hat offensichtlich eine andere Bedeutung. Nun gut, da kann man jetzt halt nicht saugen – es gibt ja auch noch andere Zimmer. Mit der Reaktion: „Dann sauge ich eben noch da und da und komme gleich wieder. Bis dahin bist du ja fertig“ zische ich von dannen. Was ich meinte war: Ich komme in 15 Minuten wieder, wenn ich alles andere gesaugt habe. Gesagt, getan. Der angekündigte Zeitpunkt (gleich) ist nun da. Wieder betrete ich das Kinderzimmer und sehe meine Träumenase mit Büchern umgeben auf ihrem Teppich sitzen. „Ja Mama, ich wollte nur noch eben was lesen. Ich mach´ das ja gleich.“ – Hmpfff, also „Hacken in den Teer gehauen“ und die Zimmertür von außen verschlossen. Ach wie gut, dass ich noch andere Sachen zu erledigen habe…

„So Mama, nun kannst du saugen. Ich bin fertig.“ – „Ja, mache ich gleich.“

Nun habe ich gerade keine Zeit und kümmere mich um mich selbst: ich lese, bin vertieft und versinke in Buchstaben und Zeilen. Aus irgendeinem Grund hat meine Tochter es nun eilig. „Mama?!“ -„Jahaaa“ – „Du wolltest doch saugen?!“ – „Ich komme doch gleich!“ und lese weiter. Nebenbei schlürfe ich noch ne leckeren Cappuccino und bin sowas von weit weg vom Saugen…. Es dauert keine 2 Minuten und Madame wird ungeduldig. „Kommst du jetzt endlich?!“ – „Gleich.“ – „Wann ist denn gleich?????“

Ich denke, dass viele von euch ähnliche Erfahrungen mit dem zeitlichen Wert von <gleich> gemacht haben. Kommt sicher in den besten Familien vor, oder? Lustigerweise habe ich dazu auch noch einen Artikel im Onlineportal der Morgenpost gelesen.

Dieser Beitrag hingegen spiegelt nicht nur unser Familiengeschehen wider, sondern ist gleichzeitig ein Beitrag für das [*.txt]-Projekt von Dominik Leitner aus Österreich, der mit dem mittlerweile fünften Wort <gleich> einen Schreibimpuls liefert. Weitere interessante Beiträge gibt es hier.

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Und ich wollte noch Abschied nehmen…

Kloster Montserrat, Torbogen

Wenn das Lebensende naht und sich die Betroffenen an ihren Erinnerungen festhalten, ist die Zeit der inneren Bilder gekommen. Wie kostbare Schätze werden sie vor dem inneren Auge projiziert. Der folgende Beitrag ist eine Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion. Ein Beitrag, der eine persönliche Bedeutung hat und doch einen schmalen Grat zwischen literarischer Freiheit und Erinnerung betritt. (mehr …)

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Gefühle

Gefühle sind so eine Sache: Manchmal kommen sie plötzlich und überrumpeln mich, manchmal kündigen sie sich schleichend an und verändern ihre Intensität mit der Zeit, manchmal sind sie aber auch intuitiv da und ich weiß gar nicht warum. Viel mehr wird mir einiges erst sehr viel später klar. Während ich meine eigenen Emotionen auch mal zurückstelle, können junge Kinder das nicht. Und das ist auch gut so, denn dadurch tragen sie ihr Herz auf der Zunge, teilen sich mit und sind sich ihrer akuten Bedürfnisse klar. Während des Älterwerdens verlieren sie diese Fähigkeit nach und nach und passen sich vermehrt den Bedürfnissen ihrer Umwelt an. Dabei lernen sie auch etwas über die Inhalte der Worthülsen, die sie sich vereinzelt – insbesondere unter dem Aspekt kindlicher Naivität – entgegnen. Als Mensch, der ich mit Kindern arbeite, werde ich täglich mit einer Masse an Gefühlen konfrontiert. In der Schule kommen da so einige Dinge beisammen. Gerade in Situationen auf dem Pausenhof sind sie geballt anzutreffen: Fröhlichkeit, Begeisterung, Zuneigung, Bewunderung wie auch Unsicherheit, Hilflosigkeit, Genervtheit, Ärger, Aggression, Kummer, Enttäuschung, Abneigung, Peinlichkeit, Demütigung, Kränkung oder Reue. Oftmals bleiben gerade Gefühle, die negative Auswirkungen haben, nicht einfach in der Pause und müssen nochmals im Klassenverband thematisiert werden. Was mich hierbei manchmal sprachlos werden lässt, ist die Wortgewalt, mit der die jungen Schüler sich gegenseitig das Leben schwer machen. „Ich hasse dich abgrundtief!“ oder „Du bist das Letzte!“ oder „Wenn das so weiter geht, will ich auf eine andere Schule!“. Wenn man bedenkt, welche Intensität durch diese Wörter ausgedrückt werden, ja wie ein Gefühl durch entsprechende Adjektive sogar noch gesteigert werden kann, dann macht mich das ganz schön nachdenklich. Da kullern dann schon mal Tränen bei sensiblen Persönlichkeiten, während andere ihr Aggressionsvolumen scheinbar steigern. Irgendwann gelingt es mir dann aber auch, die Emotionen abzumildern, die Probleme zu klären und mit dem Unterricht zu beginnen.

Nähere ich mich aus germanistischer Sicht diesem Thema, so wirkt ein Adjektiv auf die Qualität des geäußerten Gefühls ein: Hass ist schon per se eine extreme Emotion, die eigentlich keiner weiteren Steigerung mehr bedarf. Die Kombination mit dem negativ besetzten, Verachtung ausdrückenden Adjektivs  <abgrundtief> ist daher mit einer verbalen Wucht zu empfangen, die eigentlich nirgendwo hingehört – schon gar nicht in die Schule! <Abgrundtief> steht aber auch für <bodenlos> oder <unergründlich> und kann somit auch eine Ohnmacht ausdrücken. Etwas, dass uns sprachlos macht. Hier beißt sich die Katze also in den Schwanz…

Dies ist ein Beitrag zu den [*txt]-Schreibanlässen eines österreichischen Worthelden. Mehr dazu könnt ihr hier lesen.

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wünschen [*txt]

Wünsch dir was, ein Song der Toten Hosen, der mich früher schon nachdenklich gemacht hat. Genaugenommen verspricht der Text eine bessere Welt – wenn Wünsche helfen würden. Die Realität ist da ganz anders. Kaum schlägt man die Tageszeitung auf, so wird man mit Artikeln konfrontiert, bei denen man am Wünschen nicht mehr vorbeikommt. Doch Wünsche für ein besseres Miteinander, eine gerechtere und vor allen Dingen ehrlichere Welt zerplatzen wie eine Seifenblase: Zunächst noch getragen durch den Wind, dann ein kleines <Peng>, sobald sie an einen Widerstand kommt.

Wünsche sind flexibel, passen sich an Gegebenheiten an. Ist es heute noch ein materieller Wunsch, kann es morgen schon ein Wunsch nach Nähe, Wärme, Geborgenheit sein und übermorgen vielleicht der nach einem besseren Gesundheitszustand. Ein Wunsch ist unterschiedlich konnotiert und hängt ganz maßgeblich von dem Wünschenden ab: Von seinen ureigenen Bedürfnissen, von seinen Träumen, Perspektiven oder aber auch von dem, was er anderen wünscht – als Gedankenspende. Vielleicht ist es auf der philosophischen Ebene auch mit dem Thema Zeit vergleichbar. Wie heißt es hier doch so schön auf manchen Grußkarten: Ich wünsche dir Zeit zum …, für …, um … – doch dies sei nur ein Hinweis am Rande. Ach was könnte ich mir jetzt die Finger wundtippen. Du würdest dich sicherlich irgendwann in meinem Gedankenwirrwarr verirren. Darum bleibe ich mal ganz pragmatisch und stelle das Thema wünschen mal aus den Augen meines Kindes dar.

Für sie ist es nämlich ganz brandaktuell und nicht erst deshalb, weil sie in zwei Wochen ihren achten Geburtstag feiert. Meine Große ist eine Träumerin mit vielen Wünschen. Sie ist unglaublich empathisch und hat feine Antennen für die Bedürfnisse anderer. Wenn sie am Wochenende mal in den logo!-Kindernachrichten vom Elend in der Welt – insbesondere von armen Kindern – erfährt, wünscht sie sich gleich bessere Bedingungen. Gleichzeitig hat sie – natürlicherweise – auch ganz eigene Wünsche. Sei es materiell, ideell oder perspektivistisch. Wie viele Mädchen ihres Alters wünscht sie sich ein Haustier, etwas zum Liebhaben, das nur ihr gehört (am liebsten ein Pferd). Sie wünscht sich aber auch richtig coole Klamotten, neue Cds, Bücher, Dvds oder sonstwas. Sie wünscht sich einen Engel, den sie sehen kann, aber auch, dass sie ihren verstorbenen Großvater einmal in ihren Träumen treffen kann. Vor dem Schlafen wünscht sie sich, dass ihr keine bösen Träume geschickt werden und dass morgen ein schöner Tag in der Schule ist und sich niemand dort streitet. Und für die Zukunft wünscht sie sich weiterhin gute Noten, damit sie einmal Tierärztin werden kann.

Es gibt Wünsche, die kann ich ihr erfüllen – und solche, bei denen mir fast die Spucke weg bleibt und ich nicht weiß, was ich ihr auf ihren Wunsch entgegnen soll. Aber warum auch? Gibt es etwa für alles eine Antwort. Wo bliebe denn die Magie des Wünschens, wenn bei jedem Fingerschnipp eine Jeannie herbeigeschwebt käme, die einmal mit dem Kopf nickt, zwinkert und damit jeden Wunsch in Erfüllung gehen lässt?? Das wäre doch zu leicht! Also behalten wir die Magie des Wünschens noch ein wenig bei, lassen uns den Song Wünsch dir was noch einmal gedanklich im Ohr erklingen und denken an den Teil, den wir selbst dazu beitragen können.

Ich glaube, dass die Welt sich noch mal ändern wird
und dann Gut über Böse siegt,
dass irgendjemand uns auf unseren Wegen lenkt
und unser Schicksal in die Hände nimmt.

Es wird einmal zu schön,
um wahr zu sein,
habt ein letztes Mal Vertraun.
Das Hier und Heute ist dann längst vorbei,
wie ein böser alter Traum.

Das wird die Zeit,
in der das Wünschen wieder hilft.

Dieser Text ist ein Beitrag zum [*txt]-Projekt eines österreichischen Worthelden.

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