Ein wundervoller Morgen begrüßte uns und sorgte gleich für eine gute Stimmung – zumindest besser als die gestrige 😉 Es stellte sich daher die Frage, wie ich diesem wundervollen Morgen eine entsprechende Achtung schenke und mir gleichsam den Start in den Tag (nachdem meine Kinder in Schule und Kindergarten gebracht wurden und der Einkauf hinter mir lag) versüße. Bei schönem strahlenden Sonnenschein fiel die Wahl auf einen Achtsamkeitsspaziergang – eine große Runde durch Wald und Flur. Ein Luxus, den ich mir schon lange nicht mehr gegönnt habe und ihn dafür umso mehr genießen würde 🙂

Ein Achtsamkeitspaziergang bündelt unsere Sinne und gibt jedem einzelnen von ihnen Raum, sich zu entfalten. Was höre ich, was sehe ich, was rieche ich, was schmecke ich und was fühle ich ??? – sofern ich etwas berühre. Bevor ich meinen Spaziergang startete, überlegt ich mir noch zusätzlich Fragen – sozusagen kleine Bonusaufgaben.

1. Finde mindestens drei Blumen.

2. Beobachte Tiere.

3. Siehst du etwas, das nicht in den Wald gehört?

4. Finde einen besonderen Baum.

Ich schnappe mir meine Digicam und stiefele los. Hinaus ins Grüne – Gott sei Dank habe ich den Wald fast direkt vor der Haustür, so dass ich keinen langen (und ggf. langweiligen) Weg zurücklegen muss, um an meinen Bestimmungsort zu gelangen. Begleitet vom Gezwitscher der Vögel und dem Knirschen der kleinen Steine unter meinen Füßen lege ich nun Meter für Meter zurück.SAM_0856 Ab und an erspähen meine Augen etwas Interessantes, so dass die Hände in die Jackentasche greifen, um die Kamera zu zücken. Ich lade dich nun ein, meinen Spaziergang mitzuerleben. Für die Geräusche und Gerüche kann ich leider nicht sorgen, aber meine visuellen Eindrücke teile ich gern mit dir 🙂

Kurz bevor der Wald beginnt, empfängt mich eine fast einsame Magnolienblüte in Nachbars Vorgarten. Wunderschön! Ihre „Artgenossen“ liegen bereits be- bzw. zertreten auf dem Gehweg… 🙁  Aber nun geht es in den Wald. Ein herrlich grüner Anblick, wenn der Winterschlaf der Bäume durch die warmen Strahlen der Frühlingssonne durchbrochen wird und sich die zarten Knospen öffnen und maigrüne SAM_0857Blätter zum Vorschein bringen! Wir verweilen nur für einen Fotostopp und ziehen durch die vom Bärlauchduft geschwängerte Luft weiter. An der Lichtung empfängt uns ein riesiger Teppich aus Bärlauchpflanzen, auf dem es sich eine Fliege in der Sonne gut gehen lässt. 🙂

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SAM_0862Wir gehen weiter und atmen tief ein! Es riecht nach Bärlauch und da vorn blühen ein paar Veilchen. Ich gehe nah genug heran und schnuppere am unverwechselbaren Veilchenaroma. Hundert Meter weiter verebbt der Bärlauchgeruch. Hier wachsen andere Kräuter: SAM_0866Der Waldmeister reckt sich empor und macht sich bereit, seine Blüten bald zu öffnen. Ich pflücke ein Blatt und zerreibe es in den Fingern. Hmmm, wunderbar süßlich – wie lecker wäre jetzt eine Götterspeise….

Weiter geht´s! Entlang einer Mauer geht es in den „wilden“ Bereich des Waldes. Hier leben nicht nur Fuchs und Igel, sondern auch Rehe, Junghirsche und eine große Wildschweinrotte.

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Ordentlich gestapelt wartet das Holz darauf, von seinen Käufern abgeholt zu werden. Ob sich wohl schon jemand zwischen den Lücken am Boden eingenistet hat?

SAM_0876Gegenüber der „Wildschweinwiese“, einer Stelle, die nicht nur vom einsamen Hochsitz aus einzusehen ist, sondern obendrein digital vom Förster bewacht wird, lasse ich mich eine Weile auf den gefällten Baumstämmen nieder und genieße die Sonne, wie sie mich mit ihren warmen Strahlen auf der Nase kitzelt.

Ich habe schon eine Menge Eindrücke festgehalten und richte meine Aufmerksamkeit nun auf die Blumen, die ich entdecken wollte. Drei Stück sollten es mindestens sein: Veilchen, Magnolien und Bärlauchblüten hatte ich schon im Fokus der Kamera. da gibt es aber noch mehr…

SAM_0868 SAM_0901 Eine Löwenzahnblüte, die sich nur zaghaft öffnet und ein Reigen von Taubnesselblüten, in denen Insekten summen. Auch das sanfte Geplätscher von Wasser ist zu hören. Ein Rinnsal sucht sich seinen Weg.

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Und in seiner Nähe finde ich einen kleinen Tümpel, in dem sich die kleinen Kaulquappen schon zu riesigen Froschlarven mit Vorher- und Hinterbeinen entwickelt haben. Wie flink sie damit im Wasser schwimmen: Vom sicheren Dickicht am Grund rasend schnell zur Oberfläche und zurück. das kann ich gar nicht mit meiner Kamera einfangen. So schnell sind sie…. SAM_0895

Der Weg führt uns an einen besonderen Baum. Besser gesagt, zu zwei besonderen Bäumen. Der letzte oder vorletzte oder vorvorletzte Sturm hat ihnen zugesetzt. Im letzten Herbst hatte ich ihn noch nicht im Visier… Sie haben etwas Magisches, Mythisches. Ob hier wohl die Waldelfen leben, würde sich meine kleine Tochter vielleicht fragen. Gleich dahinter entdecke ich einen sehr alten Baum. Unglaublich dick ist sein Stamm!

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Und bevor uns der Weg aus dem Wald hinausführt, fällt mein Blick noch auf ein kleines Tipi. Na das gehört doch wohl wirklich nicht in den Wald oder etwa doch?

SAM_0888 SAM_0889 Sehr witzig sieht das aus. Vielleicht ist das ja ein kleiner Unterschlupf? Und noch eine Kuriosität fällt mir ins Auge:

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Was man nicht so alles sieht, wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht und seine Achtsamkeit auf die besonderen Dinge bündelt, die bei einem normalen Spaziergang vielleicht übersieht. Auf dem Weg in die Zivilisation komme ich an einem Eckchen mit einem Bienenvolk vorbei. Ein Imker hat seine Bienenkörbe aufgestellt und seine kleinen Schätze schwirren bei genauer Betrachtung direkt vor meinen Füßen im Gras. Sie sammeln Tautropfen – zumindest scheint es so. Wie herrlich diese in der Sonne glitzern!

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Zu guter Letzt noch ein paar letzte Eindrücke, bevor wir knapp 4 km zu Fuß entdeckt haben und uns einen Kaffee genüsslich schmecken lassen.

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SAM_0938 SAM_0932 SAM_0933 Schön war´s 😉

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5 comments on “Es grünt so grün => ein Achtsamkeitsspaziergang”

  1. Hallo 🙂
    Ich(elizzy-lovelylife.blogspot.com) habe mir einen WordPress Blog gemacht! 😀 Vielleicht magst du ja vorbei schauen.

    Jedenfalls!
    Ein Achtsamkeitsspaziergang – davon habe ich noch nie gehört – aber ich findes GROSSARTIG! Das muss ich unbedingt auch mal ausprobieren. Vorallem sich selbst so kleine Aufgaben stellen und diese fotografieren – das klingt nach grossem Spass!
    Ein toller Post und tolle Bilder!
    Freue mich bald mehr von dir zu lesen.
    Jetzt noch besser, da ich dir hier folgen kann!

    Alles Liebe und bis bald
    E.

    • Hallo Elizzy,

      Danke für deinen lieben Kommentar.
      Ich habe mich schon über das doppelte Folgen im Blog gewundert. Aber nun ist mir alles klar 🙂 Dann hüpfe ich mal glatt rüber zum neuen WordPress-Blog 🙂

    • Liebe Julia,
      vielen Dank für deinen tiefsinnigen Kommentar. Lebensautobahn beschreibt sehr gut die Hektik, die uns teilweise antreibt und umgibt. Deswegen hab ich so gern kleine Spaziergänge, die ich dann mit der Kamera begleite. Das habe ich vor diesem Blog nicht gemacht und daher bin ich umso dankbarer. Wie viel würde mir sonst wohl entgehen?
      Liebe Grüße auch an dich!

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