Was ist eigentlich die Heimat? Ein Ort, an dem man wohnt? Ein Ort, an dem man aufgewachsen ist? IMG_2454Der Ort, in dem man die letzten 10-20 Jahre verbracht hat oder was eigentlich? Der Begriff Heimat beschreibt laut Wikipedia meist einen Ort, an dem man seine frühen Sozialisationserfahrungen macht, sozusagen die Wohnstatt, in die man hineingeboren wird. Doch im Zeitalter der Berufswanderungen kann ein Kind auch während seiner frühen Sozialisationserfahrungen durch Jobwechsel der Eltern, Versetzungen etc. durch mehrere Umzüge auf diese erste Begriffserklärung bei Wikipedia keine rechte Heimat empfinden, oder?

Ein kluger Mensch sagte einmal, dass die Heimat dort sei, wo das Herz ist. Auf IMG_2381mich trifft das zu. Nur dass hierbei mein Herz irgendwie in zwei Teile geteilt werden muss. Zum einen habe ich meine tatsächliche Heimat, also meine Umgebung von Geburt bis zum 19. Lebensjahr an der Nordsee, nicht allzu weit vom Wasser entfernt. Meine zweite Heimat habe ich in meinem jetzigen Wohnort gefunden, an dem ich nun  mittlerweile auch fast zehn Jahre wohne. Dazwischen war ich mal hier und mal da, rastlos, auf der Suche, nirgendwo so ganz zu Hause.IMG_2300

Wenn ich in meine Heimat an die Nordsee fahre, freue ich mich auf das ganz flache Land, die vielen Weidetiere, die Landluft auf dem Dorfe und die frische Brise am Deich. Ich freue mich über das moderige Watt und auf die salzige Luft, die sich um Haut und Haare schmiegt und dann ihre typischen Spuren hinterlässt. Es gibt so viele schöne Orte in meiner ersten Heimat – nur dass mir das während meiner dortigen Wohnzeit nie so richtig klar war und ich die Schönheit dieser Gegend erst nach und nach wahrgenommen habe, nachdem ich sie in jungen Erwachsenenjahren verließ.

IMG_2304Meine neue Heimat hier ist da so ganz anders. Hier gibt es ein kleines „Gebirge“, viel Waldhang und tierische Besonderheiten – fast schon irgendwie gegenteilig zur Gegend meiner Kindertage. Es gibt interessante Flecken in der Feldmark – sehr weitläufig und wunderschön. Viel Natur um eine Kleinstadt mit einem alten und charmanten Stadtkern. Da ich hier auch tolle Freunde gefunden habe, ehrenamtlich aktiv bin, in einer der örtlichen Grundschulen unterrichten darf und mich auch ganz wohl fühle, bin ich mittlerweile hier verwurzelt und würde auch nur ungern wegziehen. Hier ist ein großer Teil meines Herzens – ergo nicht nur meine Wahlheimat, sondern irgendwie auch meine richtige Heimat. Die Nordsee will ich natürlich nicht vergessen, aber so richtig verbunden gefühlt habe ich mich dort nicht. Und wie schön es hier ist, hatte ich dir ja immer mal in meinen Beiträgen gezeigt. Deswegen siehst du hier noch mal ein best-of der heimatlichen Bilder 🙂

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Die Idee zur Liebeserklärung an meinen Wohnsitz stammt übrigens von Doris, die in ihrem Blog <meinesichtderwelt> das Thema Heimat für sich, für ihre Patenkinder und für alle, die es lesen wollen definiert, erklärt oder einfach nur schön niedergeschrieben hat.                                                             @ Doris: Ich danke dir für den tollen Gedankenanstoß 🙂

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