Naja, ich wusste es ja schon länger, hab ja auch in einem Blogbericht schon darüber geschrieben. Aber was heißt denn schon wissen? Genau wusste ich es ja auch nicht, aber nun habe ich gerade einen Test gemacht und in einem Punktwert meine Ahnungen bestätigt gesehen. Nun kann man ja über Tests denken, was man will, aber für mich ist es -für meine Verinnerlichung- schon wichtig, mal Dinge schwarz auf weiß zu lesen. Irgendwie brauche ich noch das Visuelle, um das für mich auch anzunehmen.

IMG_3213Recherche zur Hochsensibilität

Zu verdanken habe ich den neuen Schub – also meine interessengeleitete Recherche – einer neuen Verfolgerin, die mich gefunden hat und so auch mein Interesse für Ihre Seite geweckt hat. @ Highly Sensitive Person: Ich danke dir für das, was du seit gestern wieder bei mir ausgelöst hast 🙂 Nun ja, dann kam halt eins zum anderen und so habe ich gestern Abend noch einige Videos/Streams zum Thema HSP angeschaut, heute morgen diverse Internetseiten überflogen und gerade den Test gemacht. Wer mich aus dem realen Leben kennt, weiß ja, dass ich immer auf vielen Hochzeiten auf einmal tanze und eigentlich nicht ohne den Trubel leben kann.

rastlose Gedanken

Ich bin sozusagen süchtig nach Aufgaben, nach Leistung, lasse mich dabei von übertriebenem Ehrgeiz lenken und bin auch nach einem eigentlich ganz normalen Tag immer sehr erschöpft und müde. Meine Gedanken kreisen ständig: Was muss ich noch tun, wie organisiere ich das, was kann ich noch zusätzlich tun und was passiert in meiner Umwelt? Ich bin so lange wachsam und nehme jeden Mist auf, bis mein Kopf voll ist und ich dann wegen einer Belanglosigkeit aus der bahn geschossen werde. Ich weiß, dass jetzt gerade einige von euch nicken oder lächeln und vielleicht denken „na das haben wir doch schon immer gesagt“ oder „wenigstens siehts du es ein“ oder sonstwas. Aber ihr wisst ja auch, dass ich gar nicht anders kann und mir Entspannung WAHNSINNIG schwer fällt.

Mit der Hochsensibilität leben

Um allem irgendwie gerecht zu werden, springe ich von Rolle zu Rolle. Erst gestern gab es dafür ein passendes Beispiel: Äußerlich halbwegs entspannt wartete ich auf einen wichtigen Gesprächstermin. Innerlich war ich müde, mit den Gedanken bei meinen Kindern und fragte mich, ob das daheim in meiner Abwesenheit klappen würde usw.. Dabei schaute ich aus dem Fenster und beobachtete Leute. Hörte gleichzeitig das Stühlerücken in den umliegenden Räumen und schaute immer wieder auf die Uhr. Nach zermürbenden 17 Minuten wurde ich hereingerufen und begrüßt. das Gespräch begann und ich schlüpfte sofort in mein berufliches, überzeugendes und reflektiertes Selbst. Meine Rolle spiele ich gut – das weiß ich! Da fühle ich mich sicher und kann – obgleich ich immer noch weitere Reize mit meinem Scannerbild wahrnehme und auch die Stimmungen der anwesenden Personen im Raum auf mich einwirken – mich selbst fokussieren. Als das Gespräch beendet ist und das berufliche Moment des Gesprächs in eine private Verabschiedung wechselt, werde ich auf meine unterschiedliche Ausstrahlung angesprochen. Meine Gesprächspartnerin deutet an, dass sie aufgrund meines Anblickes beim Hereinbitten einen anderen Eindruck hatte als den, den ich -mit meiner professionellen Brille- im Gespräch vermittelt hatte. Sie erlebte mich im ersten Moment als kränklich und wunderte sich, welche Energie mit dem Beginn des Gesprächs aus mir hervortrat. Ja, meine Rolle spiele ich gut und somit hatte ich auch wieder Erfolg. Aber nach dem Gespräch kam dann ein kurzes Energieloch…

Eine Rolle zu spielen strengt an

Was ich damit sagen möchte, ist, dass das Einnehmen einer Rolle unglaublich anstrengend sein kann- auch wenn man in seiner Rolle aufgeht und Energiereserven mobilisiert, die vielleicht nicht wirklich da sind. Auf den Alltag übertragen bedeutet das für mich, dass ich auch in meiner Funktion als Mutter eine Menge Energie bündeln muss, um -für Außenstehende total banale Aktivitäten- durchzustehen. Es kostet mich Kraft, meine Kinder vom Kindergarten etc. abzuholen, dabei ihre Wünsche zu hören, zu überlegen, was ich wie und wann erfüllen kann und dann auch noch entsprechend zu handeln. Für normale und  Menschen ohne Merkmale für HSP ist das ganz normal und führt zu einem normalen Stresslevel. Bei HSP steigt dieses Stresslevel in die Höhe und bleibt. Der damit verbundene Cortisol-Anteil wird langsamer abgebaut. Das Fass leert sich also nicht und läuft dann manchmal bei echten Kleinigkeiten über….

Achtsamkeit
leicht und empfindlich

In Zukunft werde ich mich also – vor allen Dingen auch wegen meiner Kinder und Schüler – noch intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen. Ihr hört von mir, der multipassionierten Mimose, die sich so häufig versteckt und gar nicht auffallen möchte, obgleich ich als Löwe-Geborene doch eigentlich anders sein sollte. Aber das ist ja ein anderes Thema…

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3 comments on “Ich bin HSP”

  1. Gegenbesuch! 🙂
    Wunderschöner Blog mit vielen interessanten Themen, die auch Leute wie mich ohne Kinder ansprechen.
    Geahnt hatte ich es schon immer, aber diverse Tests haben bei mir auch ergeben, dass ich HSP bin. Toll, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und so vielleicht auch Strategien zu entwickeln, besser damit umzugehen, dass man sozusagen immer alle Schleusen so weit offen hat.
    Liebe Grüße!
    Meike

    • Wie schön, dass auch du etwas bei mir gefunden hast 🙂
      Das Thema HSP wird auch noch weiter in den Fokus rücken – ich lese da gerade so ein Buch (neben weiteren 5 anderen Büchern).
      Aber wie immer fehlt mir die Zeit und da bei mir die Multipassioniertheit so ausgeprägt ist, arbeite ich an tausend verschiedenen Baustellen, die nur nach und nach abgearbeitet werden können.
      Liebe Grüße
      Yvonne

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