Während meine Große heute einem unfassbar gutem Zeugnis entgegenblicken konnte und dem Schulalltag so manches Mal mit Argwohn entgegenblickt, möchte die Kleine unbedingt in die Schule. Als ihr Kindergarten gestreikt hat, musste ich sie des Öfteren mitnehmen, so dass sie neben den Erstklässlern sitzen und gemeinsam mit ihnen – auf ihre eigene Art – lernen durfte. Seitdem fragt sie immer wieder, wann denn der Kindergarten wieder streikt, damit sie wieder mit mir mit darf.

Mitnehmen könnte ich sie zwar schon noch mal, aber das möchte ich gar nicht. Die unbeschwerte Zeit im Kinderarten ist einfach zu wertvoll!

Kinder, die unbedingt lernen wollen

Doch meine Kleine ist hartnäckig! Sie möchte unbedingt schreiben können und gibt sich längst nicht damit zufrieden, ihren Namen, Mama, Papa oder Oma zu schreiben. Sie möchte mehr!

Mich selbst bringt sie damit in einen Zwiespalt. Denn obwohl ich ihre Freude am Lernen sehe und merke, wie leicht ihr Manches von der Hand geht, möchte ich sie mit ihren 4 Jahren eher etwas ausbremsen. Immerhin soll sie den Schulstoff erst in der Schule lernen und nicht mit einem Wissensvorsprung in den Unterricht gehen, damit sie sich dort womöglich langweilt. Dennoch verlangt sie nach Schulmaterial… Herausgesucht hatte ich ihr dann Material zum Nachspuren, Schwungübungen und einfache Materialien.

Kidy´Board von Maped – vielseitig verwendbar

Hilfreich war auch ein Materialpaket, das ich für die Firma Maped als Differenzierungsübung für meine Erstklässler vorbereiten wollte. Bislang bin ich noch nicht dazu gekommen, das Material als Zusatzmaterial für die Freiarbeit in der Klasse zu platzieren. Zum Ausprobieren habe ich das Kidy´Board erstmal der Kleinen gegeben.

Den Inhalt mit den Übungsblättern fand sie ganz interessant. Ich für meinen Teil fand die Blätter, die man im entsprechenden Downloadbereich kostenfrei herunterladen kann, noch viel ansprechender. Also druckte ich fleißig aus und ließ die Kleine einfach mal „machen“.

Kidy´Board Maped

 

 

 

 

 

 

Durch die Beschaffenheit des Materials und den gummierten Rahmen rutschte kein Blatt beiseite. Ein reibungsloses Nachspuren von Zahlen und später auch Buchstaben war kein Problem. Etwas später nahm sich meine Tochter noch ihr Malbuch zur Hand und zeichnete dort ein Pony ab – auch das war kein Problem, denn mit einem Wisch waren alle vorherigen Spuren wieder weg.

Einmal Lehrerin sein…

Die große Schwester fand das Thema auch sehr ansprechend und schlüpfte dann in die Rolle der „Lehrerin“. Für mich war es ganz nett anzusehen, wie viel Mühe sie sich gab, der Kleinen neben dem Schreiben auch noch das Rechnen zu erklären. Doch da hakte ich dann ein. Auch wenn sie sich dafür – der Authentizität zuliebe – eine kleine Schiefertafel und Kreide geschnappt hatte, setzte ich hier einen Punkt. Wenn die Kleine weiß, dass ein Bonbon und noch ein Bonbon zwei Bonbons ergeben, sollte sie die mathematische Gleichung jetzt noch nicht erlernen.

kleine Schiefertafel

Es reicht da ja schon, dass sie die Zahlen schreiben lernen möchte und auf der Ebene der Schreibnorm Erfahrungen macht…

Wie handhabt ihr das denn so mit euren Sprösslingen? Bremst ihr den Eifer oder unterstützt ihr die Bedürfnisse nach Wissen? Ich bin sehr gespannt auf eure Kommentare!

 

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5 comments on “Ich möchte in die Schule! (enthält Werbung)”

  1. Finde ich eine tolle Erfindung und sehr interessant. Mein Sohn, im Oktober 4 geworden, hat da so noch kein richtiges Interesse dran, nur seinen Namen möchte er wohl schon schreiben können, aber das bekommt er motorisch noch nicht hin. Setzte mich jetzt aber auch nicht mit ihm hin, und übe übe übe. Wir versuchen es jeden morgen im Kindergarten. Dort ist eine Tafel angebracht, und jedes Kind mit Namen hingeschrieben, welches über Mittag da bleibt. Manchmal nehme ich seine Hand dabei in meine und führe sie, manchmal will er es aber auch alleine machen…ich denke mir, er hat noch einige Jahre (2) vor sich, bevor er in die Schule kommt und dort schreiben lernt. Ich denke mir, alles kommt mit der Zeit. Vielleicht wird es bei meiner kleinen Tochter anders sein, wenn sie sieht dass er schon schreiben kann und sie noch nicht, vielleicht will sie ihm dann auch nacheifern…ich lasse mich überraschen 🙂 Aber noch eine Frage zum Schluss….werden die Zwischenzeugnisse immer noch am 27.1. ausgeteilt? Ich fand das immer grausam…immer zu meinem Geburtstag gab es Zeugnisse 🙁 Liebe Grüße Nicole (von Nicoles Produkttestecke) 😉

    • Liebe Nicole,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Meine Tochter ist auch im Oktober 4 geworden :-).
      Die Idee mit der Tafel im Kindergarten finde ich sehr schön, so lernen die Kinder spielerisch, sich mit ihrem geschriebenen Namen zu identifizieren.
      Bei uns eifert die Kleine ja auch der Großen nach, deswegen kann ich mir das für deine Jule später ziemlich gut vorstellen – aber abwarten!
      Zeugnisse gibt es in der tat immer noch am 27.01. – gestern war deshalb bei uns der große Tag. Meine Große hat wahnsinnig gut abgeschnitten und hat einen Notendurchschnitt von 1,125 nach Hause gebracht. Ich bin unsagbar stolz!

      Liebe Grüße,
      Yvonne

  2. HI,
    bin eben über diesen tollen Blog gestolpert und an diesem Beitrag hängen geblieben.
    Wir hatten mit unserem Sohn ein ähnliches „Problem“, da er im Januar geboren ist, war er schon 6 1/2 bei der Einschulung. Er saugt schon immer alles was ihn interessiert auf wie ein Schwamm und hat sich selbst im Vorschulalter das Lesen beigebracht. Kaum 6 geworden fing er plötzlich an Buchstaben zu erfragen und selbstständig zu Wörtern zusammenzuziehen. Verkehrsschilder und sonstige Beschriftungen hat er schnell entziffert… Obwohl wir versucht haben das Ganze zu verzögern und maximal seine Fragen beantwortet haben, ging es rasend schnell weiter.
    Auch ich hatte die Befürchtung, dass er sich mit diesem Wissensvorsprung schnell in der Schule unterfordert fühlen könnte und habe nach Alternativen geschaut.
    Dabei bin ich auf die Lehren von Maria Montessori gestoßen und war nicht mehr so überrascht, denn unser Kind hat sich genau so verhalten, wie sie es bereits vor 100Jahren beschrieben hat. Er hat sich interessiert und genau das Thema dann selbst erarbeitet (Innerer Bauplan).
    Wir haben ihn dann auf einer Monte Schule angemeldet (es gab aber auch praktische Gründe wie Schulweg & Nachmittagsbetreuung) und haben es nicht bereut. Zu Schulbeginn konnte er bereits flüssig lesen und auch schon im Zahlenraum bis 20 addieren und subtrahieren. Jetzt Mitte 2.Klasse Addiert er im Tausenderbereich und Multipliziert bis zur 7er Reihe ohne Probleme.
    Ich möchte nicht behaupten, dass unser Kind besonders begabt ist, aber wenn ihn etwas interessiert dann kann und will ich ihn auch nicht daran hindern zu lernen. So wird es sicherlich viele Eltern geben, die genau in diesem Dilemma stecken und dann entweder diesen Lerneifer versuchen zu bremsen (was lt. Hirnforschung keinen Sinn macht) oder hoffen, dass die zukünftigen Lehrer differenzierten Unterricht bieten können…
    LG Jungenmama

    • Liebe Lungenmama,
      danke für deinen umfangreichen Kommentar – darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich vertrete auch die Ansicht, dass Kinder leichter lernen, wenn die intrinsische Motivation hoch ist – dein Sohn ist das beste Beispiel dafür. In unserer Schule arbeiten wir teilweise auch mit dem tollen Montessori-Material, aber eben nur teilweise. Im Grunde genommen sind wir durch die Differenzierung stark belastet und erstellen viel zusätzliches Lernmaterial, um den Kindern ganzheitliche und unterschiedliche Lernangebote bereit zu stellen. Die Lehrwerke, die wir verwenden sind halt nicht in allen Ebenen gut. Trotzdem sind wir angehalten, uns daran zu orientieren – denn die Eltern müssen das teure Zeug ja bezahlen. Nichtsdestotrotz gebe ich mein Bestes, möglichst alle Kinder zu motivieren, sich mit Lernangeboten und Aufgaben zu beschäftigen, die ihrem eigenen Wesen nahe kommen. Wenn ich das in Zeitstunden hochrechne – also die Zeit, die ich dafür außerhalb der Unterrichtszeit aufbringe – hab ich ein ziemlich hohes Stundenaufkommen, aber die Kinder danken es dann auf ihre Art :-).
      Liebe Grüße
      Yvonne

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