In den letzten Tagen habe ich lernen müssen, meine Ansprüche loszulassen. Denn seit dem 28.12. hatte ich immer wieder mit heftigen Migräneschmerzen zu kämpfen.

Meine Erziehung, in der Fernsehen nur eingeschränkt erlaubt ist, musste kurzerhand in den Hintergrund treten. Als Alleinerziehende konnte ich meinen Kindern nicht wirklich Beschäftigungsangebote geben, denn alle Vorschläge meinerseits führten nicht zu langfristiger Ruhe, die ich so dringend brauchte. Also warf ich alles über Bord und erlaubte der Flimmerkiste mehr Laufzeit als sonst. Loslassen – aber nur für den Krankheitsfall.

Die Migräne kam nicht von ungefähr. Die letzten Wochen haben ihren Tribut gefordert und zwangen mich zur Ruhe. Sehr schlecht, wenn man als Lehrkraft in den Ferien eigentlich neue Unterrichtsmaterialien zusammenstellen möchte und Überlegungen für Lerntheken-Material  mit allem Drum und Dran zumindest in der zweiten Ferienwoche im Vordergrund stehen sollten. Nun denn, loslassen von geplanten Vorhaben…

Und auch heute sollte ein Tag werden, an dem ich das Loslassen einmal mehr trainiere. Denn die Große hatte heute früh den ersten alleinigen Ausflug zur Oma geplant. Etwa 2 km mit dem Fahrrad – keine große Sache für eine Achtjährige, aber allein hatte sie es noch nie gemacht. Der Plan, der gestern Abend geschmiedet wurde, ließ sich jedoch heute früh nicht in die Tat umsetzen. Denn überraschenderweise kam etwas Schnee dazwischen. So hat dieses symbolische Loslassen doch noch etwas Zeit ;-). So brachte ich die Große also mit dem Auto vorbei und genoss dort ein kleines Frühstück und ne große Tasse Kaffee. Da die Kleine einen Tag mit Mama beanspruchen wollte, zog ich mit ihr im Schlepptau wieder von dannen und tollte mit ihr im Schnee.

Loslassen zeigen die Kinder in ganz besonderer Art, denn sie überlegen nicht und stürzen sich einfach ins kalte Vergnügen. Ganz egal, ob etwas nass wird oder nicht – sie leben einzig für den Moment! Etwas, das mir heute eine Lehre war, so dass ich für ein paar Minuten auch meine alltägliche Rolle als Erwachsene losgelassen habe, um sie gegen kindlichen Spaß einzutauschen. Loslassen als praktische Erfahrung: Mit 35 Jahren noch einen Schneeengel machen :-).

Update: Wie ich in den Kommentaren gesehen habe, konnte ich eine meiner Leserinnen mit meiner Kindheitserinnerung anstecken. Wenn ihr mal schauen wollt, was Lissy für einen phänomenalen Schneeengel in den Schnee gemalt hat, dann könnt ihr das Beweisfoto hier anschauen :-).

Schneeengel

Und Silvester haben wir dann auch gleich noch nachgeholt… Im Schnee mit Wunderkerze – ein zauberhafter Moment, den ich gern als #Sonntagsfreude in Erinnerung behalten möchte.

Wunderkerze im Schnee

Weitere #Sonntagsfreuden wie immer bei Rita – und ich bin nicht die Einzige, die heute auch den Schnee zum Anlass nimmt :-).

 

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8 comments on “Loslassen => #Sonntagsfreude”

  1. Manchmal sind es die kleinen Dinge die uns Freude machen.
    Manchmal müssen wir eine Rast einlegen, dass uns die Seele wieder einholen kann.
    Recht gute Besserung wünscht, Pia

  2. Oh ja! Mein letzter Schneeengel! Der war auch toll! Mit 38 und zack, rein in den Schnee. Ich jauchtzte, lachte und freute mich wie Bolle und wurde hier und da etwas dümmlich angeschaut. Frage mich wirklich so dann und wann was an erwachsen sein so toll sein soll, wenn man nur mit zugekniffenem Pöter und Stock im selbigen herum wandert?!
    Naja gut danach wurde ich zwar krank, weil ich pitschnass war, aber ich zehre noch heute davon 😉

  3. Und WAS für eine Schneeengel das geworden ist!
    Prinzipien über Bord werfen – und wenn es auch nur hin und wieder ist – ist ein ganz schön schwieriger Lernprozess. Mir geht es da nicht anders und doch fühle ich mich danach oft ganz unerwartet, erleichtert. Das zeigt mir dann, wie sehr ich mich mit meinen Prinzipien oft selbst blockiere.
    Wir wachsen mit unseren Kindern, jeden Tag. Und müssen genauso wie sie, dazulernen.
    Ich finde, du hast gerade einen riesen Schritt gemacht.

    Alles Liebe und auf dass die Migräne nun bald endlich aufhört, Babsy

  4. Wir nennen den Fernseher elektrische Grossmutter. Zu Hütezwecken erlaubt. Deine Kinder verstehen, warum du grosszügiger warst als sonst. Ich kenne das, krank in den Ferien, passiert vielen Lehrkräften. Wenn die Spannung nachlässt, kommt die Krankheit zum Druchbruch. Kannst du nicht noch einen Kranktag anhängen? Das sage ich dir als gut 50 jährige Berufskollegin. Am Schluss sagt niemand danke, wenn du dich quälst. Schliesslich fehlte dir Zeit zum Vorbereiten. Alles Liebe, Regula

    • Zum Glück habe ich noch drei freie Tage, bevor die Schule anfängt. Aber ich plane auch gerade eine komplette Unterrichtseinheit für meine Deutschklasse und möchte ganz viel Material für eine Lerntheke bereitstellen – das bedeutet viel Arbeit…

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