Martinssingen

Durch die Straßen auf und nieder, leuchten die Laternen wieder …

Ja, es war mal wieder so weit: viele Kinder drängeln sich dicht an dicht durch die Straßen, klingeln an den Türen und  bitten (ganz im Gegenteil zum konsumorientierten „Süßes oder Saures“) durch ein kurzes Ständchen um kleine Köstlichkeiten. Nicht immer stößt dies auf erfreute Gesichter.

So zum Beispiel in unserer Kleinstadt, in der ohnehin gerade alles heiß her geht, weil die Politik mal wieder Beschlüsse gegen den Willen des Bürgertums gefasst hat. Tja, gerade in solchen Zeiten sollte man eigentlich kleinen singenden Menschen gegenüber freundlich eingestellt sein…

Naja, wie auch immer. Als liebende Mutter, die ganz nebenbei erwähnt auch noch den Sinn vom Martinssingen bzw. den religiösen Wert der Nächstenliebe und des Teilens an die Kinder weitergibt, habe ich also meine kleinen Mäuse bei ihrem nachmittäglichen Beutezug begleitet. Erfreulicherweise wuchs unser Drei-Mädel-Gesangstrio um einen kleinen männlichen Sänger an, so dass sich Mutter glatt mal aus der Affäre zog und die Kinder fortan allein singen lassen hat. „Oh wie schön, drei so niedliche Kinder….“ hörte man schon, sobald sich die Kinder höflich bei den Geschäftsinhabern der Ladenstraße informierten, ob sie bei ihnen singen dürften. Welch Freude für das Mutterherz als sie sich dann auch noch mit einem „Danke + schönen Tag noch“ verabschiedeten. Waren das wirklich meine Kinder??? Unfassbar, wenn man bedenkt, welch Schwierigkeiten es daheim gibt, wenn um die Mengen der zur Verfügung zu stellenden Naschereien am Nachmittag diskutiert werden muss.

Mein Stolz verebbte schon relativ schnell, nachdem meine Kinder von anderen Kindern einfach so ausgebootet wurden und somit ihr eigenes Verhalten negativ hinterfragten. Während sie ganz lieb vor der Kasse warteten, bis die Kassiererin ihre Kundschaft bedient hatte, um dann zu fragen ob sie singen dürfen, drängelten sich sechs Kinder an ihnen vorbei und sangen lauthals in die Runde. Schnell änderte sich die Stimmung meiner Kinder, die dies missmutig zur Kenntnis nahmen und meinten, dass es ihnen ja gar nichts bringe, immer abzuwarten und höflich zu sein. Die Kleine war sogar der Ansicht, dass es nun keine Lollies mehr für sie gebe, da die anderen Kinder ihren Lolly bekommen hätten. Oje – Drama im Einkaufsladen!

Mit gutem Willen komme ich nur schwer weiter. Die Kassiererin merkt dies und fragt, ob die Kinder ihr denn auch etwas vorsingen möchten. Gefragt-getan: „durch die Straßen…“ und zur Belohnung gab es dann gleich zwei Lollies für jeden, weil sie ja so „artig in der Ecke gewartet“ hatten. Bei meiner Großen fällt sodann der Groschen. Sie sagt zu ihrem Kompagnon: „Ich glaube, wir müssen einfach noch netter werden und dann gibt es für uns noch mehr!“ Der Junge (reagiert schon fast wie ein Mann) nickt nur kurz und widerspricht ihr nicht. Die ganz Kleine ergreift dann die Initiative, rennt raus und zeigt auf den nächsten Laden, den es zu erobern gilt.

Ach wie schön, wenn Kinder sich einig sind: Eine gibt den Ton und die Taktik vor, die andere den Weg und der dritte im Bunde die stoische Gelassenheit…

Sankt Martin war ein guter Mann!

Gefällt dir der Beitrag? Dann freue ich mich übers Teilen 🙂

Sonntagsmorgens…

…das ist doch klar, sind wir alle hier eine fröhliche Schar […] – so zumindest lautet ein Lied!

Bei uns grüßt heute das Murmeltier: wir Erwachsenen wollen entspannen, die Kinder Kinderfernsehen, eine Geschichte, Window Colours, malen, basteln und ab und zu mal streiten, aber (!) am liebsten alles auf einmal!

Was macht man da also als „Wächter des familiären Chaos´“- erstmal tief durchatmen, im Bett bleiben und abwarten… 1,2,3 Sekunden bis das Krümelmonster lauthals „ich will jetzt frühstücken ruft“. Nix ist also mit familiärer Entspannung: Papa hat Frühstücksdienst, quält sich nach nem wahnsinnig langen und unterhaltsamen Abend mühselig aus dem Bett und versucht, den kleinen Zwergen die Tellerchen und Becherchen zu füllen. So zumindest der Plan! Denn nach einem Blick in den überaus gefüllten Familienvorrat (sprich: Kühlschrank und Kühltruhe) lautet eine nüchterne Bilanz: Wir haben nur 5 kleine Brötchen, etwas Belag und keine Eier.

Oje, da hat wohl jemand das Einkaufen vergessen… (schuldig bin ich, es war aber auch überaus hektisch in den vergangenen 1,2, oder 3 Tagen, Verzeihung). Was also tun? Gut, dass der Bauernhof mit frischen Hühnereiern nicht weit ist.

Während Papa sich also heldenhaft bemüht, unser Frühstück zu „sammeln und jagen“ (Steinzeit lässt grüßen), liegen die drei Mädels fernsehend im Elternbett und lernen wichtige Hinweise zum Recyceln von Müll. Die erstaunliche Erkenntnis dieser kurzweiligen Kinderreihe: Wenn man viele Handys schreddert und sie einschmilzt, bekommt man Gold. Die Große schlussfolgert also: „Mama, wenn wir Gold haben wollen, müssen wir es nicht mehr suchen und einfach alle Handys sammeln.“ Kindliche Naivität ist einfach schön 😉

Zurück zu Papa: Während er uns leckere Eier von fröhlichen Hühnern besorgt, entscheidet das kleine Krümelmonster: „ich will keine Eiern mehr, ich will jetzt Schokonschalen essen“ (O-Ton). Da sie diesen Ablauf bereits gut kennt, organisiert sie sich ihre Schokoflakes und Milch und ist ganz stolz! Papas Mühe war also fast umsonst (gut, dass es noch andere hungrige Familienmitglieder gibt)

So weit so gut! Letzten Endes gab es ein Familienfrühstück mit Eiern, Brötchen und Aufstrich und das Krümelmonster wollte dann nicht mehr. Wie war das also noch am Anfang?

Sonntagsmorgens das ist doch klar, sind wir alle hier eine fröhliche Schar!!!!

Gefällt dir der Beitrag? Dann freue ich mich übers Teilen 🙂