Kurz vor den Weihnachtstagen suchte mich die schwarze Klaue heim und ließ sich nicht abschütteln. Meine Gedanken kreisten immer wieder um gleiche Probleme, Sorgen und die Tatsache, dass alle um mich herum scheinbar glücklich sind und dieser Kelch an mir vorüber geht. Kreisgrübeln ist sehr schädlich, denn man kommt schlecht wieder raus. Als Ablenkung habe ich mir Die Augen des Iriden gegriffen, der eine hochexplosive Geschichte beinhaltete. 

Bereits seit einigen Wochen lag die erste eigenständige Veröffentlichung der Autorin Maja Loewe schon auf meinem Schreibtisch. Immer wieder schauten mich die mystisch dreinblickenden Augen auf dem Cover verführerisch an, doch Zeit zum Lesen hatte ich nicht. Zu viele andere Dinge mussten noch erledigt werden. Ich wartete auf die richtige Gelegenheit! Neugierig auf den Inhalt war ich schon länger, denn mit der Autorin verbindet mich eine lustige Anekdote. Wie sich nach einigen „Chat-Gesprächen“ herausstellte, wohnt Maja nicht nur in meiner Nähe, sondern wandelte ein paar Jahre früher auch über den gleichen Uni-Campus. Es ist schon interessant, wie sich manche Wege im Leben kreuzen… Weitere Informationen über Maja gibt es übrigens hier.

Ein fantastischer Jugendroman

Fantastisch meine ich nicht nur im Sinne einer guten Gesamtbeurteilung, sondern auch als Einstieg ins Thema. Denn obwohl der Handlungsort einem realen Universitätsinstitut und einer möglichen Umgebung in Berlin entspricht, tauchen immer wieder surreale Handlungsorte auf, die die Welten des Fantastischen kreuzen. Hierbei greift die Autorin ihr Faible für Verschwörungstheorien sowie kultur- und kunsthistorische Elemente auf und verführt den Leser, das Buch nicht aus der Hand zu legen.

Die Augen des Iriden

Henry von Irides ist ein fast normaler Teenager, der in einem Berliner Vorort mit einer psychisch kranken Mutter aufwächst und aus besonderen Gründen von daheim unterrichtet wird. Zur Pflege sozialer Kontakte nutzt er das Internet. Hier hat er eine Freundin gefunden, die ähnlich isoliert – aber unter völlig anderen Umständen – ihr Dasein in einem Internat fristet.   Außerhalb ihrer Computerwelt verbindet sie ein scheinbar gleiches Schicksal: Beide Teenager haben besondere Augen. Während bei einer Person die Heterochromie als Ursache gilt, ist es bei der anderen Person ein Unfall aus Kindheitstagen… So weit so gut, fehlt ja nur noch das Interessante an der Geschichte!

Das Drama um die Beiden nimmt jedoch bald seinen Lauf: merkwürdige Ereignisse im Internat zwingen Valeska zur Flucht – sie fühlt sich verfolgt und gleichsam wird sie Opfer mehrerer Intrigen. In der Hoffnung, beim einzigen Freund Verständnis zu finden, macht sie sich auf den Weg. Doch auch bei Henry geschehen merkwürdige Dinge. Hängt etwa alles zusammen?

Geheimnisse und gemeinsame Sache

Unter einem Vorwand kehrt Valeska bei Henry ein und verschleiert ihre eigentlichen Gründe. Doch bald schon weiß alle Welt Bescheid – Valeska erscheint in den Nachrichten. Die zwei haben richtige Probleme, die sich jedoch noch steigern, denn auch Henry verheimlicht etwas. Schritt für Schritt lösen sie kleine Probleme. Doch wie im wahren Leben geht man einen Schritt vor und zwei Schritte zurück. Durch eine familiäre Besonderheit, die Henry mit seinem 16. Geburtstag erfährt, nehmen Valeska Sorgen einen kleineren Platz ein. Henry ist ein „Sehender“ und wird von einem Geheimbund gejagt. Für ihn bekommen bedeutende Kunstwerke eine völlig andere Interpretation, denn er ist in der Lage, in die Bilderwelten einzutauchen und versteckte Botschaften hinter den Bildern zu entdecken.

Was dort zum Vorschein kommt, rückt die gesamte Historie in ein anderes Licht.

Der sechzehnjährige Henry wird in eine hochexplosive Geschichte verwickelt, die eng mit dem Geheimbund der Iriden aus der Zeit der Französischen Revolution verknüpft zu sein scheint, mit dem sein Vater sich wissenschaftlich beschäftigt hat. Und auch, dass Henry ein blaues und ein braunes Auge hat, scheint eine tiefere Bedeutung zu besitzen. In plötzlichen Tagträumen beginnt er in Bilder einzutauchen und ihre innersten Mechanismen zu erkennen. Gemeinsam mit seiner Chat-Freundin Valeska macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur, dass die Menschheit für immer verändern könnte.

(Klappentext)

Spannung

Wie schon in der Einleitung dieses Beitrags erwähnt, fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ich hatte zwar so meine liebe Mühe, in die Geschichte reinzufinden – auf den ersten 40 Seiten ist von der energiegeladenen und spannungsintensiven Wendung der Geschichte noch nichts zu erahnen – aber dann Jagd ein Höhepunkt den nächsten. besonders gut gefällt mir als Kunstpädagogin natürlich die Einflechtung der kunsthistorischen Elemente, die noch mal ein ganz anderes Licht auf bekannte Kunstwerke liefert – auch wenn dieses Licht völlig imaginär ist ;-). Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und von meinen trübsinnigen Gedanken bestens abgelenkt. Voller Spannung warte ich nun auf einen zweiten Teil, denn die Geschichte der ariden ist noch lange nicht zu Ende erzählt!

Fazit

Ein Jugendroman, der durchaus für Erwachsene lustvollen Lesespaß bereit hält. Da ich auch Sakrileg, die Illuminati und die „farbenfrohe“ und fantastische Zeitreisen-Reihe von Kerstin Gier gelesen habe, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass sich dieses Taschenbuch in diese Reihen einreihen darf. Wer die zuvor genannten Bücher gemocht hat, wird die Augen des Iriden lieben!

Erschienen ist Die Augen des Iriden im Papierverzierer-Verlag, Infos hier. (auch als E-Book erhältlich)

Die Augen des Iriden

Loewe, Maja (2015): Die Augen des Ariden. Essen: Papierverzierer.

Taschenbuch, 353 S.

14,95 €

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1 comment on “Spannung bis zum Schluss -> Die Augen des Iriden (Rezension)”

  1. Hmm Lesestoff 🙂 Wenn ich meinen aktuellen Wälzer durchhabe, muss ich mir auch wieder Nachschub suchen! Interessant, dass die Autorin mal zur gleichen Uni ging! Und als Sakrileg und Illuminati-Fan wäre die Story sicher was für mich! Danke für den Tipp!

    Liebe Grüße
    Jana

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