Was Lehrer so in den Ferien machen, interessieren auch meine Schüler. Wenn ich mich mal in der Stadt blicken lasse und einigen von ihnen über den Weg laufen, fragen sie doch glatt, was ich so in den Ferien mache und sind dann ganz erstaunt, wenn sie meine Antworten hören. Denn so lange ich noch nicht im Urlaub bin, habe ich immer noch Schule im Sinn und „arbeite“ somit trotzdem noch. Was das im Einzelnen ist, könnt ihr anlässlich meines Beitrags zu „WMDEDGT“ von Frau Brüllen lesen.

Morgens früh um sieben…

Kein Wecker klingelt und doch kommt der frühe Vogel in mein Bett. Obwohl sie in den letzten Tagen recht lange (bis 08:00 Uhr) geschlafen hat, ist meine Kleine heute schon früher auf den Beinen. Mit ihrer neuen Schneekugel in der Hand krabbelt sie unter meine Decke und kuschelt sich an mich – aufstehen mag ich aber noch nicht. Also erzählen wir uns was…

Aufstehzeit in den Ferien

Wir vertrödeln die Zeit und stehen kurz nach 08:00 Uhr auf – immerhin muss ja ein kleines Mädchen noch in den Kindergarten gehen. Wir machen uns fertig und schlemmen ein Müsli mit Joghurt – lecker!

Die Große trottet dann auch in die Küche und begnügt sich mit einer frischen Vanillemilch – nach Essen ist ihr nämlich nicht. Sie möchte lieber mit ihrer Oma frühstücken, der sie heute morgen einen Besuch abstatten möchte. Doch bis es soweit ist, muss erst einmal eine kleine Hürde genommen werden – es fehlt ihr ein Fahrrad, das sie sich heute früh von der Patentante ausleiht, die glücklicherweise über einen kleinen Fahrrad-Fuhrpark in verschiedenen Radgrößen verfügt.

Im Kindergarten

Angekommen im Kindergarten heißt es erstmal: warten! Denn da wir im Ferienmodus sind und nicht morgens um 07:45 Uhr auf der Matte stehen, hat der Morgenkreis um 09:00 Uhr ohne meine Kleine begonnen. Das ist nicht weiter schlimm – den Morgenkreis mag sie ohnehin nicht. Um nicht zu stören, bleiben wir eine Weile im Wartebereich vor der Tür sitzen und lauschen. Kurze Zeit später öffnet sich die Tür. Wir können eintreten und entdecken am Basteltisch schon einmal ein neues Projekt: Windmühlen bauen! Die Kleine mag mich nicht loslassen und bleibt stocksteif an meinem Bein hängen. Jeder Schritt in Richtung Basteltisch – sie bastelt nämlich sehr gern – ist beschwerlich. Doch nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir da und bleiben nicht allein. Schnell gesellen sich andere Kinder zu uns und wollen auch basteln. Die Erzieherin braucht gerade zehn Arme und ich beschließe, mit meiner Großen mal ganz kurz zu helfen. Wir erklären meiner Kleinen und ihrer Freundin, wie die Windmühle gebastelt wird und assistieren. Das geht recht fix und meiner Kleinen ist der richtige Dreh mit kräftiger Puste schon nach wenigen Minuten geglückt. Obwohl die Kindergartenkinder meine Große und mich nicht gehen lassen wollen, gehen wir schnellen Schrittes zur Tür und verabschieden uns. Auf uns wartet ja noch das Fahrrad bei der Patentante!

Ein Mädchenfahrrad mit Hindernissen

Zwei Fahrräder warten bereits in der Garage auf meine Tochter. Sie wählt eins aus und setzt sich zur Probe hinauf. Der Sattel ist noch zu hoch, daher sucht unsere gute Seele nach dem richtigen Werkzeug. Kurze Zeit später war es gefunden und machte sich mit meiner Hand am Sattel zu schaffen. Ruckzuck war auch dieses Problem behoben und eine erste Probefahrt konnte beginnen. Doch die wurde bereits nach wenigen Metern beendet. Die Große fühlte sich noch unsicher – immerhin fährt sie jetzt ein 26er Fahrrad und muss sich an die Größe gewöhnen. Doch da hat die Patentante eine Idee: Kurzentschlossen begleitet sie das Kind mit dem Fahrrad zur Oma. Währenddessen warte ich in ihrem Haus auf Möbelpacker.

Arbeit am Schreibtisch

Eine halbe Stunde später fahre ich nach Hause und stelle mich gedanklich auf Arbeit ein. Für die Förderung meiner arabisch sprechenden Schülerin hatte ich in den letzten drei Monaten recht viel Material untersucht, zusammengestellt und eine Sprachförderung mit tollen Spielen vorgenommen. Das Ganze muss nun auch noch verschriftlicht werden – sozusagen eine Förderdokumentation, an die nach den Ferien von Kollegen angeknüpft werden soll. Dass das gar nicht so leicht ist und auch vor dem Hintergrund aktueller Förderlitartur Hand und Fuß haben soll, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erläutern… Auf alle Fälle bin ich schon eine Weile damit beschäftigt und hoffe doch sehr, heute damit fertig zu werden. Denn DAS klärt wesentlich die Frage, was ich heute den ganzen Tag mache (WMDEDGT). Immerhin nutze ich dafür die Zeit, in der meine Kleine im Kindergarten und die Große bei der Oma ist. 🙂

Umgestaltung im Blogmenü

Da Arbeit auch nicht alles ist und immer noch ein wenig Zeit für das Hobby bleiben muss, bastele ich noch etwas am Blog rum. Ein frischer Wind durch neue Struktur soll es sein – schaut euch doch einfach mal das Menü an… Da gibt es nämlich was Neues! Da wir so viel unterwegs sind und sich dadurch auch schon Kooperationen ergeben haben, gibt es nun eine feste Kategorie dafür. Unter „Limalisoy unterwegs“ wird sich zukünftig noch einiges mehr sammeln… Aber nicht nur diese Kategorie ist neu. Auch ein paar alte Unterseiten habe ich gelöscht und als Beiträge neu in die Kategorie DIY aufgenommen. Also meine lieben „alten“ und treuen Blogleser: Wundert euch nicht über den aktuellen Beitrag zum Schulmaskottchen! Der liebe Drache mit all seinen Umständen der Entwicklung und Gestaltung ist nicht neu. Nur seine Geschichte habe ich quasi „neu erzählt“ und kategorisiert.

Noch ist nicht aller Tage Abend

Mittlerweile ist es spät und der Tag liegt fast hinter mir. Erfolgreich war ich auch, denn meine Schreibtischarbeit hat sich zu 95 % erledigt. Bald kann ich also sagen „Förderplandokumentation- check!“. Darauf bin ich schon ein wenig stolz, denn mit fast entleertem Kopf kann ich in zwei Wochen gut in meinen Kurzurlaub starten.

Aber zuvor gibt es ja noch ein paar leidige Arbeiten zu erledigen. Den Haushalt hatte ich mir am späten Nachmittag noch vorgeknöpft. Aufräumtag! Die Kinder in ihren Zimmern und ich in den restlichen Zimmern: Aufräumen, weglegen und zu guter Letzt staubsaugen. Damit war ich gut beschäftigt. Dass ich nach den Brötchen am Abend gleich noch mal zum Staubsauger greifen musste, muss ich hier ja nicht erwähnen… Aber immerhin glänzt hier nun alles :-).

Die Stunden des Feierabends habe ich mir übrigens gleich wieder „versaut“. Denn so manches Vorhaben muss ziemlich gut durchdacht, geplant und diskutiert werden… und so vergeht Stunde um Stunde, so dass es draußen schon wieder dunkel ist.

 

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4 comments on “WMDEDGT in den Ferien”

  1. Na, das klingt doch schonmal ganz spannend – volles Programm bei dir heute 🙂
    Finde das mit dem Förderprogramm für die arabische Schülerin klasse. Das ist sicherlich eine große Herausforderung.
    Mein Frühlingskind wird noch zu Hause betreut, sodass mein Tagesplan ein wenig anders aussieht, aber dennoch nicht langweilig ist 😉 Mein Tag geht später auch noch online.
    Wünsche dir noch schöne – und nicht allzu arbeitsintensive – Ferien.

  2. Bei uns dauert es noch knapp drei Wochen bis zu den Ferien! Aber ich sehne dem Anfang auch schon entgegen, weil dann kurz darauf mein Urlaub startet 🙂 Ich habe mich auch immer schon gefragt, was Lehrer so in den Ferien machen! Und ich denke auch, dass da immer noch viel Arbeit zu erledigen ist!

    Liebe Grüße
    Jana

  3. Huhu..

    Sehr interessanter Bericht und einen schönen Einblick in den Tag 😉
    Ich hatte mich als Kind nie gefragt, was meine Lehrer machen.
    Sind ja schließlich auch nur Menschen ^^.

    Aber nach dem Ferien habe die meisten Lehrer immer erzählt, was sie wo gemacht haben.

    lg

  4. Endlich weiß ich, was Lehrer in ihrer „Freizeit“ machen!…*grins*…Spaß beiseite. Meine Tante ist auch Lehrerin und ärgert sich immer maßlos, wenn alles sagen: „Ihr habts gut…6 Wochen Ferien am Stück!“ Dass das nicht so ist sehen die wenigsten. Ok, es gibt auch Lehrer, die seit gefühlten 100 Jahren immer dasselbe machen, aber die meisten wollen sich doch – so wie du – immer wieder mit etwas neuem vorbereiten.

    Das mit dem Kindergarten und dem Morgenkreis kenne ich auch. zwischen 9 und halb 10 dürfen die Kinder nicht gebracht werden, um die Ruhe nicht zu stören. Finde ich aber eigentlich ganz ok. Struktur muss schon sein.

    LG Christine

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