Als ich die ersten Beiträge zur gleichnamigen Blogparade gelesen habe, habe ich mir gedacht: „Hey, da erlebt jemand genau solche Sachen wie ich!“ und schmunzelte in mich hinein. Erst nach vielen verschiedenen Beiträgen habe ich mir gesagt: „Da machst du auch mit!“ Wutsituationen mit meinen beiden Süßen habe ich nämlich zuhauf erlebt. Zehn besondere Situationen habe ich für euch zusammengefasst.

  1. Im Supermarkt: Ich will mir was aussuchen… „Mama, was brauchen wir heute?“ – Aufzählung folgt, Kind tigert los und findet etwas Schönes für sich. „Guck mal, was ich GEFUNDEN habe“ und packt es in den Einkaufswagen. – „Das brauchen wir heute aber nicht.“ – „ICH brauche das aber!“ – „Nein, das möchte ich nicht kaufen.“ –  Wie es weitergeht, könnt ihr euch bestimmt denken… Das Ende: „Ich WILL das aber haben. NIE darf ich was aussuchen! Wähbäh, Getrampel und auf den Boden geschmissen. Kurz noch mal gucken, ob Kind mit dem Verhalten etwas bewirkt… Nein, Mama geht weiter. Also schnell hinterher und nochmal vor die Füße geschmissen. Alles guckt und Mama geht trotzdem weiter. MIST!
  2. Beim Schuhe anziehen: Ich kann das alles allein, aber meine große Schwester muss sich immer einmischen… „Soll ich dir eine Schleife machen?“ – „Ich hab das schon gemacht.“ – „Das ist aber keine Schleife, das sind Knoten.“ – „Na und, das ist fertig!“ – „Du fällst aber hin, ich mach´ dir das mal.“ – „Lass das, das ist schon richtig. Ich kann das schon.“ Die Kleine fühlt sich in ihrer Autorität untergraben und haut die Hand ihrer Schwester weg. Ein kleiner Geschwisterstreit beginnt. Die kleine Madame schaukelt sich dabei so hoch, dass sie die Schuhe auszieht und sie voller Wut in die Ecke schleudert. Ich komme um die Ecke und schon kullern die Tränen…
  3. Lieblingsplatz: Ich will heute neben Mama sitzen… Bevor ich meinen Kindern Tischplätze zugewiesen habe, gab es immer Streit um den leeren Platz neben mir. Anfangs haben sich die Kinder abgewechselt und jeder konnte am Tisch mal neben mir sitzen. In letzter Zeit hat sich das gewohnte Abwechseln jedoch zu einem Streitthema entwickelt – Geschwisterrivalität at it´s best! „Heute sitze ICH aber hier.“ – „Nein, da will ich sitzen.“ – „Du hast gestern schon da gesessen.“ – „Stimmt gar nicht.“ Es wird lauter und ich greife ein. Vor lauter Wut über meine Entscheidung wird ein Stuhl umgerissen und ein ziemlich enttäuschtes Kind tapst ins Zimmer, knallt die Tür und schmeißt Stofftiere umher. Nun sitze ich jeden Tag allein auf meiner Seite 😉
  4. Frisur: Sie sitzt nicht… Das Kind steht schon gefühlte 30 Minuten vor dem Spiegel. Es hat eine ganz bestimmte Vorstellung von seiner Haarpracht. Sie muss in einer ganz bestimmten Art und Weise drapiert werden. Die Zeit drängt, weil wir einen Termin haben. Ich erinnere meine Schöne an die tickende Uhr und dann passiert es: Die Bürste fliegt gegen den Spiegel, es wird laut selbstabwertendes Zeug gebrüllt und dann fließt ein Tränenmeer. Meine Tochter mag sich nicht. Mein wunderschönes Mädchen findet sich hässlich, mag ihren Namen nicht und überhaupt möchte sie im Erdboden versinken. Alle Beteuerungen meinerseits können sie nicht beschwichtigen. Eine lange Umarmung hilft und dann müssen wir los – auch ohne perfekte Frisur!
  5. Freundschaft: „Du bist nicht mehr meine Freundin!“… Das Kindergartenalter ist in vieler Hinsicht ganz niedlich: Erste Freundschaften entwickeln sich, die Kinder spielen mit- statt nebeneinander und lösen erste Konflikte im Spiel. Aber wehe, es hält sich einer nicht an die Regeln! Eine tanzt aus der Reihe und hat womöglich noch eine andere Meinung… Dann kommt die eiserne Waffe, die vernichtenden Worte, die ein ganzes Mädchenuniversum zum Fall bringen können: „Du bist nicht mehr meine Freundin!“ Ein machthungriges Wesen diktiert die Regeln und schließt nicht-folgsame Jünger ihres Reiches aus. Aber dann merkt es, dass das vielleicht doch nicht so klug war. Und irgendwann wird aus dem machtbesessenen Egomanen ein wutentbranntes Kind. Einsicht hat es ja noch nicht gelernt…
  6. Getragen werden: Das Kind möchte nicht mehr laufen, es wäre ja so kaputt vom Autofahren… „Mama, Arm!“ (vor lauter „Erschöpfung findet es nicht mehr die Kraft, weitere freundliche oder willensbedeutende Worte zu formen) – „Ich kann dich jetzt nicht tragen, nimm meine Hand!“ Der angebotene Ersatz stimmt das absolut „entkräftete“ Kind nicht milde. Es holt zu einer neuen Taktik aus und stolpert absichtlich. „Mama, ich kann nicht, AUA!“ – „Komm, steh auf. Ich hab gesehen, dass du gemogelt hast.“ – Das Kind fühlt sich ertappt. Vor lauter Wut über Mamas Ungehorsam und ihre missglückte Show, gibt sie jetzt ALLES – von dramatischem Heulen über lautes Gebrüll und zu guter Letzt noch „Du bist eine blöde Mama!“ Autsch, das sitzt – aber damit kann ich leben 😉
  7. Haare waschen: „Aber ohne Haare!“ – „Doch“ – „Nein“ – „Soll ich dein Eimerchen oder die Duschbrause nehmen?“ – „ICH WILL KEINE HAARE WASCHEN!!!!!“ Es wird gehandelt und ein Kind merkt, das es verloren hat. Es quittiert seine Niederlage mit ohrenbetäubendem Gebrüll. Nach dem Waschen wird es ins Handtuch eingewickelt – komplett – auch der Mund. Hilft aber nix, ich höre sie immer noch kreischen….
  8. Zeit: „NIE hast du Zeit für mich!“ Mein Kind kommt zu kurz, denn ich bin eine wahnsinnig schreckliche Mutter. Ich mache alles nur für mich selbst und vernachlässige meine Kinder. Hätten sie nicht einen Roboter, der sie versorgt, wären sie ein Fall für das Jugendamt… „Wann können wir zusammen basteln?“ – „Ich muss hier erst noch was fertig machen und dann komme ich.“ – Grummelgriesgram himself: „Wie lange dauert das noch?“ – „Kann ich nicht sagen, aber wenn du mich aufhälst, dauert es noch länger.“ – „Fünf Minuten oder was?“ – „Ich weiß es nicht.“ – „Dann beeil´ dich doch mal (extrem fordernder Ton)!“ – „Ich möchte nicht, dass du so mit mir redest.“ – „Ja, toll. Wie soll ich sonst reden?“ – „Ich mag diesen patzigen Tonfall nicht. Ich komme, wenn ich soweit bin. Geh´ doch schon mal allein ins Zimmer und fang´ schon mal an.“ – Die Wut nimmt ein gesteigertes Ausmaß an: „NIE hast du Zeit für mich!“ stapft es und knallt die Zimmertür. Ich bin wirklich eine schlechte Mutter und habe niemals nie Zeit für die lieben Kleinen….
  9. Eltern ausspielen: Wenn Mama nicht gehorchen will… Mein Kind stellt Forderungen, die ich nicht erfüllen möchte. Eine Kleinigkeit schaukelt sich hoch, aus der Mücke wird ein Elefant und der stolpert dann in den Porzellanladen. Und wenn dann gar nichts mehr hilft, dann: „Papa!!! Ich will zu meinem Papaaaaaaa!!!“ Bei Alleinerziehenden kann das dann schon mal hart sein, aber ich durchschaue ja das Spiel und leider hat Papa ja auch wenig Zeit. 😉
  10. Klamottenfrage: Auch in jungen Jahren hat Kind schon einen eigenen Klamottenstil und die Kleiderfrage steht sich einfach nicht. Es soll immer das Lieblingskleid sein und wenn das in der Wäsche ist, dann … „Warum hast du das nicht gewaschen?“ – „Die bunte Wäsche wird erst morgen gewaschen.“ – „Gut, dann nehme ich das eben aus dem Korb.“ – „Nein, das möchte ich waschen.“ – „ich will das aber anziehen.“ – „Das kannst du nicht anziehen, weil es dreckig ist.“ – „Dann wasch´ das doch eben!“ – „Das geht nicht. Zieh´ heute mal was anderes an.“ – „Ich will aber dahaaaas!“ – ich biete eine Alternative – „Das sieht nicht schön aus, ich will mein Lieblingskleid.“ Die Situation eskaliert, das kleine Kind bockt und reißt alle Klamotten aus dem Schrank. Ich greife mir das nächstbeste und stülpe es über das zeternde Kind. Ab in den Kindergarten!

Ups. Da ist der Beitrag doch ganz schön lang geworden…. Ich hätte ja noch so viel mehr schildern können, denn manche Situationen sind echt typisch für hochsensible Kinder. So oder so ähnlich geht es an fast jedem Tag bei uns zu. Wir sind halt ein wilder Haufen 😉

Weitere #WUTKINDER – Situationen könnt ihr übrigens bei Frida Mercury vom Blog 2KindChaos nachlesen – sehr witzige Situationen übrigens :-).

Gefällt dir der Beitrag? Dann freue ich mich übers Teilen 🙂

6 comments on “#WUTKINDER”

    • Da hilft nur eins: Frag sie mal 🙂 Danke für deinen Kommentar. Ich hoffe, du hattest wenigstens die eine oder andere Situation vor Augen, die dich dann zum Schmunzeln gebracht hat 😉
      Liebe Grüße, Yvonne

  1. Da kommt mir so manches bekannt vor. Doch momentan – toi, toi, toi – beruhigt sie sich erstaunlich schnell und ist dann ganz lieb und verständig. Ich hoffe, diese Phase dauert jetzt bis zur Pubertät. 😉
    Liebe Grüße, Nina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.