Wenn meine Töchter den Namen „Ostwind“ hören, machen ihre Herzchen viele Luftsprünge. Seitdem wir die DVD unser Eigen nennen können, wird der Film immer mal wieder hervorgeholt. „Können wir Ostwind und Mika gucken?“ erwartungsvoll schauen mich vier kleine Strahleaugen mit Wimperngeklimper an. Nicht immer finde ich die Frage angemessen. Einen Film bei schönster Wetterlage im Garten? Nein! Als Highlight fürs monatliche Familienheimkino? Ab und zu! Mal eben so zwischendurch? Nö! „Oh Mama, wir wollen das jetzt aber!“ Wieder „Nö“! – „Mama du bist voll gemein!“ Und schon wird weiter genörgelt, evtl. noch mit dem Fuß aufgestampft oder andere Szenarien missmutigen Verhaltens eröffnet. Meine Kinder haben da immer was in petto… Ich habe aber auch was in petto!

Und schon „zaubere“ ich aus der Schublade was Neues hervor! Zur Abwechslung mal nicht die DVD, sondern das Hörbuch zum beliebten Kinofilm. „BOAH!“ (ist derzeit das Lieblingswort im Kindergarten – und mir schlackern da schon die Ohren…) Sobald die Augen registriert haben, was die Mama in der Schublade hat, greifen die flinken Finger zu und holen es raus. Mit der CD fest in den Fingern, rennen die kleinen Trappelfüße über den Flur zur großen Schwester. Die Zimmertür wird aufgerissen und: „Ich habe Ostwind und Mika!“ gerufen. Verdattert schaut die Große auf das kleine strahlende Wesen: „Zeig mal!“ Beide Schwesterherzen sind vereint. Sie haben ein gemeinsames Ziel: Wenn wir schon nicht den Film gucken können, dann hören wir halt die CD. Und schon klackert es hier und dort: Die vorige CD aus dem CD-Player macht der neuen CD des Hörbuchs Platz, beide Mädels legen sich in die Kuschelecke und dann wird andächtig zugehört. Ostwind Hörbuch

Über den Flur höre ich eine weibliche Vorlesestimme. Mit einem Prolog führt sie in das Abenteuer ein. Das Hörbuch ist hierbei deutlich umfangreicher als der bekannte Film. Aber ist das nicht immer so mit verfilmten Büchern? Für meine Kinder ist das gut, denn so erfahren sie weitaus mehr, als sie durch den immer wieder angeschauten Film ohnehin bereits wissen. Sehr gut! Die Motivation zum Zuhören ist also da 🙂

Was mich jedoch dabei stört, ist die Sprecherin. Mit ihrer teils monotonen Sprechweise komme ich nicht in einen Hörgenuss. Wie gut, dass das Kinderzimmer eine Tür hat. Was ich nicht hören möchte, muss ich auch nicht hören. Die Kinder scheint die Sprechart jedoch nicht zu missfallen. Sie hören weiter zu, fangen dann aber auch schon an, über die Szenen aus dem Film zu sprechen. Während die eine ins Hörbuch vertieft ist und sich mit gezischten „psst!“-Lauten an die Kleine wendet, wird die Kleine unruhig und möchte lieber was anderes machen. Wer weiß, vielleicht gefällt ihr die Sprecherin auch nicht auf Dauer… Meine Große ist auf alle Fälle vertieft und hört die erste CD komplett durch. Dann noch die zweite und dann… hat sie auch keine Lust mehr. Man muss ja auch nicht alles auf einmal hören. Die lange Hördauer ist ja schon was Neues, wenn man sonst eher Hörspiele hört. Gut, dass aufgeschoben nicht aufgehoben ist.

Bis heute hat sie das Hörbuch nicht zu Ende gehört. Irgendwie ist die Motivation weg. Aber wer weiß, vielleicht ist es ja etwas anderes, wenn sie älter und ausdauernder ist. Oder aber, wenn die Sprecherin die Bandbreite prosodischer Varianten ausschöpfen würde und den verschiedenen Sprechebenen/-charaktere deutlich voneinander unterscheidbare Stimmlagen verleihen würde ;-).

Am besten bildet ihr euch selbst ein Urteil, denn die Geschichte, die es auf die Ohren gibt, ist absolut klasse!

Zum Plot: Mika ist eine schlechte Schülerin, die als Kind wissenschaftlich fundierter Eltern (beide sind Quantenphysiker) unter einem enormen Leistungsdruck steht, dem sie aber nicht standhalten kann. Auch in der Schule ist sie etwas auffällig, so dass sie die Klasse wiederholen muss. Nicht schön, mit solch einem Zeugnis heimkehren zu müssen. Besonders blöd, wenn man doch eigentlich über die Freien mit der Freundin in ein Ferienlager möchte. Doch die Rechnung hat sie ohne ihre Eltern gemacht. Obwohl beide wegen eines Kongresses auf die Betreuung im Feriencamp angewiesen sind, wird das Feriencamp für Mika gestrichen. Als Betreeungsalternative steht das Gut Kaltenbach zur Verfügung. Ein Gut, auf dem Mikes Großmutter (im wahrsten Sinnes des Wortes) die Zügel in der Hand hält. „Du gehst in den Freien zu deiner Großmutter!“ – „Etwa auf den Friedhof?“ entgegnet Mika. Bis dato hat Mika keine Ahnung, dass es noch eine Großmutter mütterlicherseits gibt. Sie bekommt lediglich die Information, dass die ihr fremde Frau auf einem Hof mit Tieren lebt. Nur wiederwillig lässt sie sich auf diese Reise ein und erlebt dort DAS Abenteuer ihres Lebens. Eine Geschichte von Freundschaft, der Beziehung zwischen Mensch und Pferd und etwas Magisches, das sich bei Mika und Ostwind breit macht. Eine Geschichte zum Träumen und Eintauchen in die besondere Welt von Pferd und Reiter.

Zu den Fakten:

Geeignet für Kinder ab 8 Jahren, 3 Audio-Cds mit einer Gesamtlaufzeit von 175 Minuten, 12,99 €

ISBN: 978-3-8445-1831-3

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