Purzeltag…

… oder: Wenn sich die Mami nachts ins Kinderzimmer schleicht.

Heute vor genau acht Jahren hat meine Große das Licht der Welt erblickt. Wenn ich mich nun daran zurück erinnere, kommen wahnsinnig intensive Gefühle hoch. Vor meinem inneren Auge läuft ein Film ab: Der langersehnte Tag kam doch früher als geplant. Während ich versuchte, mich auf die Steuererklärung zu konzentrieren, kündigte sich meine Große an. Mehr oder weniger relaxt habe ich die Anzeichen jedoch ignoriert. Am Nachmittag bekam ich noch Besuch von meiner Freundin und künftigen Patentante, mit der ich noch gemütlich Kuchen aß. Irgendwie ging es mir nicht ganz so gut, aber auch das ließ mich nicht ahnen, was wohl an diesem Tag noch passieren würde… Gegen Abend dämmerte es mir. Vielleicht habe ich doch kein Magen-Darm-Problem, irgendwie ist heute alles anders. Ich rief meine Hebamme an, die nach einer anderen Geburt mal vorbeikommen wollte. „Warum klang sie denn so komisch?“, dachte ich mir noch – völlig naiv. Nach etwa einer Stunde kam sie angeflitzt, checkte die Lage und schickte mich mit meiner Freundin ins Krankenhaus. Mir passte das natürlich gar nicht. Die Tasche war nicht gepackt und auch die Spülmaschine musste ich noch ausräumen. Ja wirklich, das war mir in dem Moment wichtig! Alle um mich rum waren irgendwie aufgeregt – nur ich hatte noch so viel zu erledigen. Also rief meine Freundin ihren Freund, um mich ins Krankenhaus zu fahren. Der gute Mann war noch besorgter. Ob ich vorn sitzen möchte, ob er den Sitz in Liegeposition machen soll, ob er langsam oder schnell fahren soll??? „Man, man, man, was machen die für einen Aufriss, es ist doch alles gut“, dachte ich und fühlte mich wie auf Drogen. Mich durchschoss ein Endorphincocktail, der mich glauben ließ, ich hätte Flügel – nein, Red Bull trinke ich nicht! Wir kamen im Krankenhaus an und meine Freundin begleitete mich. Saß an meiner Seite, litt teilweise mehr als ich: Kreislaufprobleme, Aufgeregtheit. Hilflosigkeit, Unwohlsein. Ich schickte die Arme ne Weile vor die Tür, während ich mich von einer Hebamme betreuen ließ. Alles ganz easy, wir können bald loslegen. „Nein!“ sagte ich entschieden. „Der werdende Vater braucht noch etwa 1,5 Stunden, bis er hier ist. So lange müssen wir noch warten.“ Ehrlich gesagt, war ich immer noch nicht so ganz klar im Kopf. Was Hormone doch alles so anstellen können…. Ich kürze nun mal ab: Meine Freundin hielt meine Hand und ließ sich in allerletzter Minute ablösen. Da war meine Sonne da. Irgendwann meldete sie sich mit einem Schrei zu Wort und ich musste das alles erstmal fassen. So richtig bewusst war mir das nämlich immer noch nicht… Noch Tage später konnte ich nicht glauben, dass ich nun Mutter geworden bin. Und nun, acht Jahre später, freue ich mich über dieses Wunder der Evolution. Ein kleiner Mensch erblickt das Licht der Welt und ich darf ihr beim Wachsen zusehen. Sie nach ihren ersten Schritten in die Arme nehmen, ihre Tränen nach Misserfolgen und Stürzen trocknen, sie auch noch mit acht Jahren in meinen Armen wiegen/trösten und mit ihr über die Entdeckungen des Großwerdens freuen.

Zum Beispiel so wie heute morgen: In der Nacht schlich ich mich in ihr Zimmer und dekorierte ihre Gaben. IMG_2700Ich streichelte noch einmal über ihren mittlerweile großen Kopf und legte mich dann selbst ins Bett. Heute früh zündete ich ihre Kerzen an, stieg die Treppe zu ihrem Hochbett hinauf und fing an zu singen. „Heute kann es regnen, stürmen oder schneien, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein…“ Nachdem ich Rolf Zuckowski halbwegs zu Ende schmettern konnte, nahm sie mich in ihre Arme und ließ sich von mir gratulieren. Im Gegensatz zu anderen Morgen sprang sie sofort hoch und stürzte auf ihre Geschenke. Es war richtig toll, wie sie andächtig an Papier rumfummelte und den Inhalt mit Staunen begutachtete. Dann fiel ihr Blick auf die nicht eingepackten Dinge. Sie freute sich und fragte dann:“ Wolltest du die nicht einpacken?“ Beschämt musste ich zugeben, dass ich kein Geschenkpapier mehr hatte und es gestern noch zu spät war. „Macht ja nichts, ich freue mich trotzdem.“ Ich habe einen diplomatischen Spross!

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#DeinDingChallenge: Ich war im Kino

DDCInnerhalb meiner #Sonntagsfreude habe ich es schon anklingen lassen. Die #DeinDingChallenge wird von mir teils schleppend, teils jedoch erfolgreich gemeistert. Nachdem ich meine Apfeltarte gebacken habe – und sie nebenbei bemerkt heute nochmal backen werde – habe ich mir an meinem geschenkten freien Tag einen Kinobesuch erlaubt. Ist ja eigentlich nichts Besonderes, aber ich war das letzte Mal (ohne Kinder) vor mehr als vier Jahren im Kino! Dabei mag ich die Atmosphäre doch: es knistert und knastert, Popcornduft steigt in die Nase und der (gute) Ton lässt mich entspannt, gefesselt oder gebannt im Kinositz versinken. Nun war es endlich so weit. Mr. Grey hat mich empfangen und mich seine Welt durch die Augen von Miss Steele sehen lassen. Ein unterhaltsamer Abend, spannend und dennoch ernüchternd durch ein absolut abruptes und blödes Filmende. Aber gut, die Filmemacher wollen die Kinojünger ja auch noch in den zweiten Teil der Geschichte ziehen…IMG_2548 Und während ich nun Ding 2 bei Steffis Challenge abgehakt habe, damit sogar nach Punkten vorn liege, sind im Hintergrund schon zwei andere „Dinger“ am Laufen. Soll heißen: Ich lese ein Buch und habe schon 167 Seiten geschafft. Außerdem habe ich die Gitarre aus ihrem Case befreit und übe ab und an wieder am Zigeunerlied. Wie sagt man da so schön: Et löpt!

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Energie => # Sonntagsfreude

Mein Akku war leer und schrie nach dem Ladegerät. In meiner Schublade konnte ich es nicht finden, also wurde mir eines geborgt. Man kann es jedoch nicht an die Steckdose anschließen, sondern im Herzen oder besser gesagt in mir selbst – durch eine Auszeit! ich hatte also ein wunderschönes Wochenende mit sehr schönen Momenten, über die ich mich auch jetzt noch freuen kann. Während meine Kinder zum ersten mal bei ihrer Patentante geschlafen haben, habe ich es mir gemütlich gemacht und ganz in Ruhe überlegt, was ich gebrauchen kann, um wieder Energie zu tanken. Ich brauchte Ruhe, Freude, Freunde und Gelegenheiten. Erstaunlicherweise fügte sich alles von selbst – ich brauchte quasi nix weiter tun, als mich darauf einzulassen. So kam es, dass ich am Freitag Abend in Gesellschaft meiner Freunde „50 Shades of Grey“ gesehen habe und den Abend nett ausklingen lassen konnte. Der nächste Morgen war göttlich, denn erstmals durfte ich ausschlafen und den Tag ganz ruhig angehen. Hier gab es dann tolle Momente mit meiner kleinen Tochter, die mir mal wieder zeigen konnte, wie schön es doch ist, wenn man die Welt noch aus unschuldigen Kinderaugen betrachtet. Wir haben zusammen verstecken gespielt und herzhaft gelacht. Ruhige Momente gab es dann beim Puzzeln, Lesen und Gitarre spielen. Ja, ich habe endlich mal wieder die Muße gehabt, meine Fingerkuppen zu quälen 😉

Zum Abschluss des Wochenendes habe ich mich heute überreden lassen, einen Karnevalsumzug zu besuchen. es war nichts Großes, denn hier wird Karneval nicht sonderlich thematisiert. Aber es hat Spaß gemacht und wieder Momente zum Lachen ergeben. Wie sagt man doch so schön: Lachen ist gesund und lädt auf alle Fälle meine Akkus auf. Mein Energielevel ist daher wieder „on top“, so dass ich mit guter Laune in den morgigen Rosenmontag an unserer Grundschule starten kann.

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In diesem Sinne ein fröhliches Helau und einen guten Start in die neue Woche!!! Mehr Sonntagsfreude gibt es übrigens hier zu lesen.

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Ich bin nominiert

Weaddit_liebster_awardDa hab ich doch glatt nen halben Herzkasper bekommen: Nichtsahnend schaue ich heute früh auf Steffi Seite und möchte mich mal wieder köstlich amüsieren und sehe, dass sie einen Award bekommen hat. Freudig lese ich ihre Antworten zu elf Fragen, scrolle dabei nach unten und dann????? Da lese ich doch glatt meinen Namen – noch mal richtig hingucken, vielleicht bin ich ja noch nicht richtig wach und kann Traum von Realität nicht unterscheiden. Nein, ich träume nicht, ich bin nominiert! Mein Herz tanzt, überschlägt sich fast und beruhigt sich nach ner gefühlten Schnappatmung. @ Steffi: Ich freue mich über deine Nominierung und deine Wertschätzung <3 Mit den Fragen tue ich mich glatt noch etwas schwer, aber ich werde mal so vor mich hin und her grübeln, so dass ich diese Dschungelprüfung annehme. An dieser Stelle mache ich mich mal über den Trash-TV-Schrott lustig und gebe zu, dass ich keine einzige Folge davon gesehen habe. So viel dazu! Also meine Herausforderung besteht nun in der Beantwortung der elf Fragen, die für mich gar nicht mal so ohne sind. Los geht´s:

Wie sieht ein perfekter Tag für Dich aus? So richtig perfekte Tage gibt es doch gar nicht. Irgendwas ist immer. Es kommt halt darauf an, welches Gewicht man dem Ganzen beimisst. Dennoch gebe ich mal eine fast utopische Antwort: Mein „perfekter“ Tag beginnt mit Ausschlafen und einem umfangreichen Frühstück. Dazu scheint selbstverständlich die Sonne und kitzelt mich im Gesicht 🙂 Ich habe nichts zu tun und kann völlig frei entscheiden, was ich mit meinem Vormittag anfangen möchte. Dazu nutze ich das schöne Wetter aus und gehe in die Therme, wo ich mich draußen auf eine der Sprudelbänke hinlege und mich entspanne. Am Nachmittag gehe ich mit den Kindern auf den Spielplatz, tobe mit ihnen und freue mich über ein leckeres Eis. Am Abend sind wir ausgepowert und kuscheln ein wenig auf dem Sofa. Dann gehen die Mädels ins Bett und ich sitze mit der Gitarre im Garten und lasse den schönen Tag ausklingen …

Wie oft gönnst du Dir so einen perfekten Tag? Nie! Aber ab und zu mal einen kleinen Teil davon…

Was wolltest du schon immer mal machen? Fallschirmspringen und Ballonfahren 😉

Warum hast du es bisher nicht gemacht? Als ich es ernsthaft in Betracht gezogen habe, war ich mit meiner Kleinsten schwanger. Seitdem gab es noch keine Gelegenheiten…

Gäbe es Zeitmaschinen, würdest du lieber zurück oder in die Zukunft reisen?                             Beides! Ich habe ein Faible für gewisse Anlässe in der Vergangenheit. Also wäre ich gern im Amerika der 1950er Jahre oder aber ein teil der echten Südstaatensaga á la „Vom Winde verweht“. Ich freue mich aber auch jetzt schon auf die Zukunft, in der ich hoffentlich Oma sein darf. Ich glaube, dass dieser Abschnitt gut zu mir passen würde: Ich bin dann gefestigt und habe mich verwirklicht und dann ganz viel Zeit, um die schönen Dinge des Lebens genießen zu können und dann meine Enkelkinder verwöhnen darf – ohne erzieherischen Auftrag bei freier Zeiteinteilung.

Kaffee oder Tee? Kommt auf die Tageszeit an. Ich mag beides 🙂

Was ist deine größte Macke? Ruhelosigkeit, innere Getriebenheit und ein mittlerweile abgeschwächter Perfektionismus…Manchmal rede ich schneller als ich denke und trage dann das Herz auf der Zunge.

Ohne was könntest du nicht leben? Nicht ohne meine Kinder und Freunde.
Wie wäre dein Leben ohne Internet? Es würde was fehlen…
Welches Soziale Netzwerk nutzt du am liebsten? Gar keins
Was gefällt Dir besonders gut am Bloggen? Dass jemand sich wirklich für das interessiert, was ich schreibe und denke.

So und nun muss ich ja auch noch 11 Fragen an diejenigen stellen, die ich nominieren möchte. Puh. das fällt mir jetzt schon etwas schwerer. Was könnte mich (und auch manche anderen) interessieren, das nicht innerhalb des Awards schon mal gefragt wurde… Schwierige Aufgabe. Aber wer mich kennt, weiß, dass ich fast jede Herausforderung annehme. Also laufen meine Zellen gerade auf Hochtouren, biegen hier und da auf der Datenautobahn ab und landen am Ziel:

1. Ohne was kannst du nicht schlafen?
2. Wie sieht dein Lieblingsoutfit aus?
3. Welchen Ohrwurm möchtest du loswerden?
4. Was war dein spannendstes Erlebnis in deinem Leben?
5. Welchen “Charakter” hat deine Einrichtung?
6. Kennst du einen “Alltagshelden”? Wenn ja, wodurch zeichnet sich diese Person aus?
7. Hast du schon einmal ein lustiges Wichtelgeschenk bekommen? Was war es?
8. Was tust du, um aus dem Alltag auszusteigen?
9. Warum bist du einmalig?
10.Wie lautet dein Spitzname aus Kindertagen?
11.Auf welche deiner Eigenschaften kannst du nicht verzichten?

So, die Fragen habe ich nun. Kommen wir also zu den Nominierten. Trommelwirbel!!!!

Nina von timbaru => allererste Bloggerin, die sich der Nominierung gestellt hat 🙂 und hier sind ihre Antworten

Elizzy von lovely.life

meine Namensvetterin Yvonne von Wonnies little ideas

Annemay von wunderbare Lebensart

Doris von meinesichtderwelt

Michelle von Mimiwood

Anika von Kamerakind berichtet

Nochmal vielen Dank für meine eigene Nominierung und den von mir nominierten Bloggerinnen wünsche ich viel Freude beim Beantworten der Fragen. Ich freue mich auf eure Beiträge. <3 lichst, Yvonne

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Ein neues (Haus-)Tier

Haustiere sind schon was Tolles, wenn man sich dafür interessiert und sich auch drum kümmern kann. Meine Töchter wünschen sich unbedingt eines und beißen bei mir damit aber auf Stein. Nicht, dass ich etwas gegen Tiere habe – ganz im Gegenteil – aber ich weiß ja wer die Dumme ist, die sich am Ende drum kümmern muss. Also kommt das Thema Haustier schon gar nicht in die Tüte.

Manchmal wird man aber bei solchen Dingen gar nicht mehr gefragt und somit vor vollendete Tatsachen gestellt. Und so kam es, dass meine Tochter Klaus aus der Schule mit nach Hause brachte. Klaus ist sozusagen der Herr im Haus und wollte gleich Forderungen stellen. Stell dir das mal vor: Zuerst nistet der sich ein und dann will er auch noch den Ton angeben, eine Frechheit! Da ich dir aber deine Meinung nicht von vornherein diktieren möchte, stelle ich dir Klaus einfach mal vor, dann kannst du selbst sehen, ob du ihn bei dir aufnehmen möchtest oder ihn genauso unsympathisch findest wie ich.

Klaus mag es gern warm und gemütlich. Er liebt die Nähe von Menschen und ist daher sehr anhänglich. Dort wo er sich niederlässt, lädt er auch gern Verwandte ein. Fast ein wenig vergleichbar mit einem Erdmännchen, das auch erst mal die Lage checkt, bevor er seiner „Gang“ grünes Licht gibt. Anspruchsvoll ist er nicht sonderlich, er nimmt fast alles an: piekfeine Gegend, Vorortperipherie, Gartenlaube oder den Haushalt von Hempels (die mit dem Sofa). Man kann daher mit Fug und Recht behaupten, dass er genügsam ist und sich mit allem arrangiert. Insofern ja nicht allzu schlecht… Trotzdem mag ich ihn nicht, denn er macht viel Arbeit, um die sich meine Tochter auf keinen Fall allein kümmern kann. Waschen, schneiden, legen und andere Friseurtätigkeiten setzt er voraus – nicht zu vergessen das besondere Styling. Nein, das ist eindeutig zu viel! Aber ich habe keine Wahl: Klaus diktiert mir meine Tagesaufgaben – unablässig. Er schickt mich zum Arzt, zur Apotheke und dann lässt er mich noch gefühlte zwei Stunden daheim ackern: waschen, kämmen, sprühen, einmassieren, nochmal kämmen. Für die Nacht habe ich Pause. Erst am nächsten Morgen startet das Prozedere von vorn: waschen, kämmen, fönen und zum Schluss noch die langen Zotteln zu einem ordentlichen Haarkranz flechten. Ich gebe zu, ich habe es gern gemacht! Ich mache das auch noch mal – bin ja nicht so – aber dann ist es auch gut! Ich komme mit dem Messer durch die kalte Küche. Mit mörderischer Absicht nähere ich mich dem Feind und dann kommt er hoffentlich nie wieder zu Besuch! Zumindest habe ich meine Tochter ins Gebet genommen und ihr gesagt, dass sie nicht so leicht zu haben ist und ich Annäherungsversuche unverschämter Parasiten zukünftig deutlichst untersage. Zwar habe ich das in der Vergangenheit auch schon immer wieder getan und bin bis dato immer gut damit gefahren, aber nach Jahren der Wachsamkeit ist der Kelch nun leider nicht an uns vorüber gegangen. Ich hoffe, dass ich zukünftig von Herrenbesuchen dieser Art verschont bleibe… Und auch für alle anderen Herrenbesuche hat meine Mullemaus noch ein paar Jahre Zeit 😉

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Abgetaucht

Ich hatte gestern einen sehr bescheidenen Tag. Auch meine Nacht war nicht erholsam. Ich komme an meine Grenzen – so geht es nicht weiter! Meine Gedanken kreisen um die Dinge, die ich zu erledigen habe. Mein sprachliches Repertoire wiederholt sich: ich muss, ich sollte, ich habe noch … zu erledigen. Gefangen im Hamsterrad meines Alltags funktioniere ich. Meine Zeit ist getaktet. Kaum kommt irgendwas dazwischen, stehe ich vor einem Super-Gau – größtmöglich anzunehmender Untergang. Der Strudel meines Lebens zieht mich hinab. Tief, tiefer und immer weiter in das tiefe Dunkel, wo kein Leben mehr ist. Ich fühle es, es wird kommen, es wird mich einholen und überrennen und dann?

Entschleunigung. Dringend! Intuitiv weiß ich, was zu tun ist und überlege mir, wie ich eine Auszeit in den Tag integriere. Meine Gedanken dazu reichen nicht, mein Körper übernimmt nun das Kommando. Nach einer unruhigen Nacht tun alle Muskeln weh. Ich bin verspannt, verkrampft nahezu und funktioniere noch ein letztes Mal- Die Kinder müssen zur Schule und in die Kita. Erleichtertes Aufatmen, nachdem ich auch diesen Punkt der Tagesordnung erledigt habe. Nur noch wenige Minuten, dann bin ich wieder daheim. Allein. Vor dem nächsten Tagespunkt habe ich noch zwei Stunden frei. Ich höre auf meinen schmerzenden Rücken und lasse mir ein warmes Bad ein. Nein- doch nicht. Ich muss noch das Mittagessen für meine Tochter kochen. Das heutige Schulessen ist nichts für sie. Ich will sie nicht hungern lassen und koche heute früh noch einen Milchreis. Nebenbei noch schnell die Wäsche zusammenlegen und dann aber ein Bad. Mist! Schon kocht die Milch über. Ich rette, was zu retten ist und ärgere mich. Ich schaffe es nicht, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Eine Sache in Ruhe zu erledigen und erst dann etwas anderes zu machen. Ich kann ja noch mal eben schnell…. Keine Zeit darf ungenutzt bleiben… STOP schreit es in mir! So nicht! Auszeit – jetzt SOFORT! Also lasse ich den geretteten Milchreis quellen, die Wäsche links liegen und nehme das Bad, das ich schon vorhin nehmen wollte.

Entspannende Melisse steht auf meinem Badeöl. Es riecht zauberhaft. Mit mir passiert etwas – ich werde ruhiger. Langsam lasse ich meine Füße, Beine und den Rest ins warme Wasser gleiten. Es ist schön, fast wie eine willkommene Umarmung. Dann lege ich mich hin und tauche ab. Es ist still, wenige Straßen Geräusche dringen nur noch gedämpft an mich heran. In meinen Ohren kitzelt es: Das Wasser sucht sich seinen Weg. Meine angespannten Nackenmuskeln entspannen sich. Ich schließe meine Augen und versuche ruhig zu werden. Die Gedanken laufen wieder Amok – ich steuere mit Ohrwürmern dagegen- ich spiele imaginär die fröhlichen Songs des Grease-Musicals ab… Ich muss, ich soll, will ich nun nicht mehr denken! Ich möchte – ja was möchte ich überhaupt? Vor lauter Aufgaben habe ich ganz vergessen, was ich überhaupt möchte! Vergessen habe ich in den letzten Tagen ohnehin viel. Das ist nicht gut! Bunte Zettel, auf denen ich wichtige Informationen geschrieben habe – quasi to-do-Listen – fliegen auf meinem Schreibtisch rum. Warum sind es nur so viele geworden? Wäre ich in der Gastronomie tätig, würde ich die Zettel allesamt auf einen Spieß stecken – so wie Bons, die dann erledigt sind. Wo ist mein Spieß? Wann sind die Sachen erledigt? Ich weiß es nicht! Aber eins weiß ich, ich will meinen Alltag irgendwie entschleunigen! Mein morgendliches Bad war da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn nachdem ich mir eine halbe Stunde dafür Zeit genommen habe, ging der Stress weiter: Milchreis zur Tochter in die Schule bringen, ne halbe Stunde zum Seminar fahren, schnell noch telefonisch Dinge organisieren und dann ne vierstündige Sitzung. Anstrengend! Nach der Heimfahrt wurde es noch schlimmer: Schuhe kaufen mit meinen Töchtern. Die Große brauchte neue Winterschuhe, die Kleine neue Hausschuhe. Eigentlich keine große Sache. Innerlich freute ich mich schon auf eine Tasse Cappuccino auf dem Sofa – ein entspannter Nachmittag sollte es werden. Doch nein, das Leben wollte es anders. Das Schuhekaufen zog sich mehr als eine Stunde. Es war schrecklich: nichts war gut genug, nichts 100 %-ig, „ich muss mal“ – „ich muss auch“ – „ich muss nochmal“ – und ich: erschöpft  vom Seminar, kurz vorm Durchdrehen und einfach nur bedient! Ich bin ein … – holt mich hier raus!!! Ach nee, anderes Programm. Das hier ist echt! Der Tag war damit gelaufen…

Und nun mache ich mir einen Plan: Wie entschleunige ich meinen Alltag regelmäßig und bekomme dabei noch Kinder, Schule und Alltagspflichten unter einen Hut???? Ich grübele mal drüber nach – Tipps werden gerne entgegengenommen.

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Unsere Hände helfen

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Das war das Motto unseres heutige Kindergottesdienstes, bei dem ich die Geschichte des barmherzigen Samariters erzählen durfte. Es war richtig klasse, wie sich die Kinder in die Geschichte reingedacht haben und nahezu an meinen Lippen hingen. Mit Spannungsbogen und dem Spiel meiner Stimme sowie den Geräuschen von Schritten habe ich sie mit auf das imaginäre Erlebnis eines Überfallenen genommen. Einzelheiten und weitere Bilder wie immer auf meiner Kigo-Seite 🙂

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Denkt euch euren Teil

Die Headline kommt vielleicht etwas provokant daher – mein Beitrag wird es hoffentlich nicht. Oder vielleicht nur ein ganz kleines Bißchen… Auf alle Fälle bezieht sich „denkt euch euren Teil“ auf die wunderbaren Bilder etwas weiter unten 😉

Am Freitag erreichte mich wunderbare Post aus der Schweiz. Die scheinbar immer gut gelaunte, fröhlich anmutende und -laut ihren Beiträgen- zuckersüß glückliche Elizzy hatte mir ein tolles Postkartenset des Schweizer Fotografen Oliver Baer zugesandt. Vor einiger Zeit hatte sie das Vergnügen, den Fotokünstler interviewen zu dürfen und dabei auch einige Bilder von ihm gezeigt. Einige davon fand ich sehr beeindruckend, da sie Lebens-Seiten zeigen, die uns im Alltag vielleicht mal begegnen, wir ihnen aber kaum Beachtung schenken. Der Künstler hat diese Momente, teilweise inszeniert in magischen „Licht und Schatten“-Spielen, festgehalten. Für sich, für uns und für alle, die nicht wegschauen und den Moment auf sich wirken lassen wollen.

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Nun habe ich sie hier, die Bilder, die magischen Momente, die Eindrücke… in Form großer DinA5-Postkarten und ich überlege, was ich mit ihnen anstellen soll. Vielleicht nehme ich sie mal mit in den Unterricht – zum Thema „Menschen“ und lass auf mich wirken, was die Kinderaugen damit anfangen. Vielleicht hänge ich mein Lieblingsmotiv an die Wand oder stelle es mit einem Fotoclipständer auf meinen Schreibtisch. Vielleicht verschenke ich auch eine an einen lieben Menschen. Ich weiß es nicht genau, aber ich freue mich, dass ich sie hier habe. Gesendet aus der Schweiz, teilweise fotografiert in Paris und nun bei mir. Die Motive erzählen Geschichten und die, die mich am meisten beeindruckt hat, ist Bestandteil der Photo 15 – eine Ausstellung, die im Januar in Zürich stattfand. Die, die mich gut kennen, tippen bestimmt auf das richtige Motiv. Die, die mich weniger gut kennen, tippen vielleicht intuitiv richtig. Und die, die sich nicht sicher sind, welches mein Lieblingsmotiv sein könnte, welches Bestandteil der Photo 15 war, die können hier mal nachschauen….

@ Elizzy: Tausend Dank für die Postkarten und den netten persönlichen und <3 Gruß!

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#Sonntagsfreude

IMG_2633Meine Sonntagsfreude hat heute etwas mit dem Thema Zeit zu tun. „Zeit“ ist nämlich etwas, das in meinem Leben echt zu kurz kommt und ich freue mich daher heute über alle Maßen, dass ich „Zeit“ in Form eines freien Nachmittages geschenkt bekommen habe. Während heute morgen noch alles drunter und drüber ging, sich sämtliche Geräusche und Stimmen überlagerten, schweigt sich nun alles aus.“Bibi Blockberg“, die heute morgen noch aus einem Kinderzimmer in voller Lautstärke quer über den Flur schallte, hext nicht mehr. Das Knarzen des Trampolins, das heute morgen noch in regelmäßigem Takt zu vernehmen war, ist vorbei. Keine trappeligen Schritte eilen über den Flur. Niemand ruft nach mir. Die Mädels lachen oder streiten nicht mehr. Es ist still – ungewohnt still! Die Waschmaschine schweigt, der Staubsauger schaut mich zwar vorwurfsvoll an, bleibt aber stumm, ab und zu kann ich das leise Rauschen der Heizung vernehmen, aber alles Gewohnte ist nicht mehr da. Einzig das beständige Ticken der Wanduhr durchbricht die Stille, wenn ich drauf achte. Es schlecht sich ein Lied in meine Gedanken: „Still“ von Jupiter Jones, das ich immer wieder nach dem Tod meines Vaters vor mich hin gesungen habe. Ein anderes Thema, aber im Kern ähnlich: das Gewohnte verstummt, es schafft Platz für Gedanken. Nun sind meine Kinder quicklebendig – Gott sei Dank – und nur mal einen Nachmittag mit ihrem Vater beschäftigt, aber trotzdem ist die jetzige Stille anders als die abendliche Ruhe, wenn sie in ihren Betten liegen und leise aber regelmäßig atmen.

Ich könnte mich nun zurücklehnen, die freie Zeit und die Stille einfach mal auf mich wirken lassen, aber meine Gedanken rennen dazwischen. Stille und Zeit sind Attribute, die für mich ungewohnt sind, fast auch ein wenig beängstigend – eigentlich bin ich eher ein ruheloser Mensch. Noch gestern wurde ich von einer Freundin ermahnt, mich doch endlich mal auszuruhen und den freien Nachmittag ganz für mich zu nutzen. „Aber so wie ich dich kenne, fängst du wieder mit irgendwas an. Lass die Arbeit liegen und mach mal nichts“, klingt es noch in meinen Ohren. „Ja, das habe ich auch vor“, entgegnete ich noch gestern. Aber nun? Ich stehe neben mir und schreibe um etwas zu tun, um irgendwie aktiv zu sein, um meine Gedanken festzuhalten – aber vor allen Dingen, um mich nicht zu verlieren!

Tja, was mache ich jetzt. Ich könnte in meinem Buch weiterlesen, mir einen Cappuccino-Spezial mit viel Milchschaum zaubern, mich meinem Nähstapel widmen, Line Drawing ausprobieren oder mit meiner Gitarre üben. Ich könnte die Musik laut aufdrehen und durch das Wohnzimmer swingen, ich könnte telefonieren oder spazieren gehen. Ach ich könnte so viel und während ich darüber nachdenke, verstreicht die Zeit… Wo wir auch mal wieder beim Thema sind 😉

Nun sollte das eigentlich ein besonders toller Beitrag zum Thema Sonntagsfreude werden und irgendwie wirkt das bereits Geschriebene sehr melancholisch. Aber das bin nun mal ich. Ich freue mich und jubele über das Geschenk der freien Zeit und je mehr ich nachdenke, desto weniger weiß ich mit mir anzufangen. Doch damit ist nun Schluss! Es ist ein Geschenk und als solches macht es mir Freude. Ich trete mir nun selbst in den Hintern und verbringe wundervolle Stunden mit mir! Was ich mache, ist jetzt egal. Alles wird sich fügen, sozusagen alles nach seiner Zeit 😉 Ich mache mir einen schönen Nachmittag und nehme ihn als persönliche Belohnung für eine anstrengende Woche, auf die ich ausnahmsweise mal nicht zurückblicken möchte. Mein Fokus ist die Krönung der Woche: der freie Sonntagnachmittag <3

Mehr Sonntagsfreude, Gedanken und Beiträge so bunt wie das Leben, sind hier zu lesen. Allen da draußen einen schönen Sonntag!!!!

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Heimat

Was ist eigentlich die Heimat? Ein Ort, an dem man wohnt? Ein Ort, an dem man aufgewachsen ist? IMG_2454Der Ort, in dem man die letzten 10-20 Jahre verbracht hat oder was eigentlich? Der Begriff Heimat beschreibt laut Wikipedia meist einen Ort, an dem man seine frühen Sozialisationserfahrungen macht, sozusagen die Wohnstatt, in die man hineingeboren wird. Doch im Zeitalter der Berufswanderungen kann ein Kind auch während seiner frühen Sozialisationserfahrungen durch Jobwechsel der Eltern, Versetzungen etc. durch mehrere Umzüge auf diese erste Begriffserklärung bei Wikipedia keine rechte Heimat empfinden, oder?

Ein kluger Mensch sagte einmal, dass die Heimat dort sei, wo das Herz ist. Auf IMG_2381mich trifft das zu. Nur dass hierbei mein Herz irgendwie in zwei Teile geteilt werden muss. Zum einen habe ich meine tatsächliche Heimat, also meine Umgebung von Geburt bis zum 19. Lebensjahr an der Nordsee, nicht allzu weit vom Wasser entfernt. Meine zweite Heimat habe ich in meinem jetzigen Wohnort gefunden, an dem ich nun  mittlerweile auch fast zehn Jahre wohne. Dazwischen war ich mal hier und mal da, rastlos, auf der Suche, nirgendwo so ganz zu Hause.IMG_2300

Wenn ich in meine Heimat an die Nordsee fahre, freue ich mich auf das ganz flache Land, die vielen Weidetiere, die Landluft auf dem Dorfe und die frische Brise am Deich. Ich freue mich über das moderige Watt und auf die salzige Luft, die sich um Haut und Haare schmiegt und dann ihre typischen Spuren hinterlässt. Es gibt so viele schöne Orte in meiner ersten Heimat – nur dass mir das während meiner dortigen Wohnzeit nie so richtig klar war und ich die Schönheit dieser Gegend erst nach und nach wahrgenommen habe, nachdem ich sie in jungen Erwachsenenjahren verließ.

IMG_2304Meine neue Heimat hier ist da so ganz anders. Hier gibt es ein kleines „Gebirge“, viel Waldhang und tierische Besonderheiten – fast schon irgendwie gegenteilig zur Gegend meiner Kindertage. Es gibt interessante Flecken in der Feldmark – sehr weitläufig und wunderschön. Viel Natur um eine Kleinstadt mit einem alten und charmanten Stadtkern. Da ich hier auch tolle Freunde gefunden habe, ehrenamtlich aktiv bin, in einer der örtlichen Grundschulen unterrichten darf und mich auch ganz wohl fühle, bin ich mittlerweile hier verwurzelt und würde auch nur ungern wegziehen. Hier ist ein großer Teil meines Herzens – ergo nicht nur meine Wahlheimat, sondern irgendwie auch meine richtige Heimat. Die Nordsee will ich natürlich nicht vergessen, aber so richtig verbunden gefühlt habe ich mich dort nicht. Und wie schön es hier ist, hatte ich dir ja immer mal in meinen Beiträgen gezeigt. Deswegen siehst du hier noch mal ein best-of der heimatlichen Bilder 🙂

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Die Idee zur Liebeserklärung an meinen Wohnsitz stammt übrigens von Doris, die in ihrem Blog <meinesichtderwelt> das Thema Heimat für sich, für ihre Patenkinder und für alle, die es lesen wollen definiert, erklärt oder einfach nur schön niedergeschrieben hat.                                                             @ Doris: Ich danke dir für den tollen Gedankenanstoß 🙂

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