Kategorie: Seelenleben

Und ich wollte noch Abschied nehmen…

Kloster Montserrat, Torbogen

Wenn das Lebensende naht und sich die Betroffenen an ihren Erinnerungen festhalten, ist die Zeit der inneren Bilder gekommen. Wie kostbare Schätze werden sie vor dem inneren Auge projiziert. Der folgende Beitrag ist eine Gratwanderung zwischen Realität und Fiktion. Ein Beitrag, der eine persönliche Bedeutung hat und doch einen schmalen Grat zwischen literarischer Freiheit und Erinnerung betritt. (mehr …)

Gefällt dir der Beitrag? Dann freue ich mich übers Teilen 🙂

kreatives Chaos und Hochsensibilität

hochsensibel, Lavendel, Blumen im Garten: Lavendelbeet

Kreative Köpfe brauchen Chaos, oder nicht? Selbst im größten Chaos haben sie ein System und finden nahezu alles wieder – unglaublich oder? Aber so ist es! Was dazu jedoch im Widerspruch steht, ist die Ordnungsliebe, die sie eigentlich erwarten, brauchen oder wünschen. Ist schon ne komische Sache und bislang dachte ich, dass ich zwar voller Widersprüche stecke und irgendwie anders bin, aber so ne richtige Platte hab ich mir dazu nicht gemacht. Darauf gebracht, dass ich mich ständig in meinen Bedürfnissen, Wünschen, Erwartungen und meinem eigenen Verhalten widerspreche, hat mich schon öfter mal jemand. Da ich aber oftmals in Hektik, Stress oder innerer Unruhe lebe, habe ich es damit auch abgetan. Feine Antennen für meine Mitmenschen habe ich auch seit jeher. Wenn irgendetwas nicht stimmt, jemand traurig ist oder sich irgendwie anders zu seinem übrigen äußeren Verhalten verhält, habe ich dies gemerkt. Nicht immer kam es mir in den Sinn, die Menschen darauf anzusprechen und manchmal habe ich diese kleinen Nuancen geflissentlich übersehen, weil ich eigentlich nur das Gute in den Menschen sehen möchte. Komisch kam mir so einiges aber immer vor. (mehr …)

Gefällt dir der Beitrag? Dann freue ich mich übers Teilen 🙂

Achtsamkeitsspaziergang oder „Guten Morgen du wundervoller Tag!“

Wat is dat herrlich, wenn alle aus dem Haus sind und ich keine nennenswerten Dinge zu erledigen habe 😉 Diese Zeit gehört ganz mir und ich habe gefühlte tausend Möglichkeiten, sie zu nutzen. Da ich ja nun schon bei einigen Blogaktionen teilgenommen habe, mache ich jetzt meine eigene! Hiermit fordere ich meine werten Leser zu einem Achtsamkeitsspaziergang auf! Wie das geht, was damit verbunden ist usw. erkläre ich euch mit meinem ersten Post.

Mein Morgen beginnt mit der Idee zu einem spontanen Spaziergang. Die Sonne schiebt sich am Horizont hervor und taucht die Wolken in wundervolle Farben. Nachdem ich meine Kinder in die Schule und die Kita gebracht habe, gehe ich in die Küche. um mir einen Kaffee „auf die Faust“, „für die Hand“ oder einfach „to-go“ mache. Draußen ist die Luft einfach herrlich frisch – zwar frostig kühl, aber dennoch angenehm. Ich schnappe mir meine Handstulpen, meinen Becher und ziehe losIMG_2387!

Dabei verzichte ich auf Mütze und Schal, die trockene Kälte fühlt sich heute so angenehm an. Kurz die Straße überquert und schon auf dem Landweg. Ich atme einmal tief ein. Was rieche ich? Keinen Gestank der fressenden Pferde auf der Koppel, sondern angenehmer Duft nach frischem und warmem Heu, der sich mit dem eigenen Geruch der Pferde und dem des Erdreiches mischt – ein schöner Geruch, so kann es weitergehen. Während ich also meinen Kaffeebecher im Baum parke und den Pferden zuschaue, nehme ich mir glatt mein Handy, um diesen Moment festzuhalten. Nach einem Moment des Verweilen ziehe ich weiter.IMG_2388 Ich überquere eine Hauptstraße und befinde mich nun auf ruhigerem Terrain. Hier fahren wenige Fahrzeuge, ein Trecker hier, ein Müllwagen dort und ab und zu ein einsames Auto. Es ist fast ruhig – morgendliche Stille eben. Neben mir zwitschern die Vögel in den kleinen Büschen links des Weges. Ich höre zu und freue mich über das geschäftige Treiben der kleinen Wesen. Vor mir zeichnet sich schon das kleine Häuschen unseres Hühnerbauern ab. Dort steht ein Automat, an dem man 24 Std. lang frische Eier von fröhlichen Hühnern, frische Äpfel, leckere Kartoffeln und ab und zu auch mal Honig erstehen kann. Ich entscheide mich für die Eier und hole das Geld aus meiner Tasche. Mit einem Klick öffnet sich die kleine Türe und lässt nun 10 frische Eier von glücklichen Junghennen mein Eigen sein. IMG_2379

Bepackt mit frischen Eiern – eigentlich blöd, weil ich sie ja nun mitschleppen muss, aber was nimmt man nicht gern für ein deftiges Frühstück in Kauf… – geht es weiter auf die morgendliche Reise. mein Weg führt nun direkt am Hof vorbei. Hier steht ein großer Trecker in der Einfahrt und wartet schon auf seinen Einsatz. Der Motor läuft – der Bauer ist also nicht weit. Als ich ihn gesichtet habe, folgt ein kurzer Gruß und er zieht des Weges davon. IMG_2380Einige Meter weiter sehe ich noch eine alte Treckerspur auf dem Boden. Dort hat sich Wasser gesammelt, das nun gefroren ist. Sieht schon irgendwie besonders aus… Wenn ich genauer hinschaue, zeichnet sich noch in dem Gefrorenen ein Muster ab: kleine Risse im Eis. Nachdem ich das Handy wieder in die Tasche stecke, wandere ich auf der Suche nach interessanten Motiven weiter. IMG_2377Natürlich muss ich auch noch die Sonne knipsen, die sich unaufhörlich durch die tief hängenden Wolken schiebt. Wie immer, nehme ich auch das Geäst eines Baumes mit ins Bild – ich steh halt drauf 🙂 Auch hier bleibe ich ein Weilchen, trinke noch einen Schluck aus meinem Becher und genieße den Geschmack auf meiner Zunge. Herrlich! Ich sehe mich um, achte auf Kleinigkeiten, schärfe meine Sinne: Der Geruch hat sich verändert, nun riecht es nicht mehr überwiegend nach Landluft, der erdige Anteil hat sich verstärkt. ich atme ganz tief ein und wieder aus. Die Luft zeichnet sich als Nebel vor meinem Gesicht ab.

IMG_2381Nun gehe ich ein längeres Stückchen und genieße meine Ansichten. Nun lasse ich das Handy mal in der Tasche und behalte die Eindrücke ganz für mich allein. An einer Abzweigung bleibe ich stehe und fotografiere noch einmal die Sonne, die nun etwa höher steht. Auch dies lasse ich nun hinter mir. Mit der Gewissheit der aufsteigenden Sonne im Rücken, nehme ich die Abzweigung und mache mich auf den Heimweg. Der Schotterweg zwischen zwei Feldern verursacht lautere Gehgeräusche, es knirscht ein wenig. Unbeabsichtigt kicke ich einen kleinen Stein davon und mache daraus ein Spiel. Ich kicke nun einen kleinen Stein mit etwas Kraft vorwärts und schaue genau hin. Wo landet er? Was gibt es dort zu sehen? Völlig unspektakulär landet es mitten auf dem Weg – es hätte durchaus etwas spannender sein dürfen, ja mehr noch poetischer, damit ich etwas Tolles zum Schreiben habe. Aber der Stein hat seinen eigenen Willen und lässt sich nicht von mir für solche Spielereien benutzen. IMG_2383Drei Meter weiter finde ich aber ein lohnenswertes Fotoobjekt: Auf dem zufällig gestapelten Holz zeichnet sich noch etwas Raureif ab. Eine kalte Schicht überzieht das eigentlich trockene Brennholz des Pferdehofes. Es muss ja auch nicht sofort in den Kamin und wartet scheinbar endlos auf seine Spaltung 🙂 Bald ist mein Weg zu Ende, denke ich mir, ich sitze bald wieder in der warmen Hütte und mache mir leckeres Rührei mit Tieren der fröhlich freilaufenden Hühner in meiner linken Hand. HMMM, bei der Vorstellung läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. IMG_2384Unbewusst wird mein Gang schneller. Meine Augen achten weiterhin auf Extravagantes und heften sich an den Wegrand. Hier liegt eine einsame Walnussschale. Wie kommt die wohl dahin? Weit und breit ist kein Walnussbaum zu sehen. Merkwürdig, aber extravagant. Sowas wollte ich doch!

Nun reicht es aber, denke ich mir, trinke noch einen Schluck aus meinem Becher und gehe mit der Gewissheit eines guten Startes in meine Woche flugs nach Hause. Auf den letzten Metern halte ich noch zwei Eindrücke für euch fest. IMG_2390IMG_2391Und verschwinde sogleich in meiner Haustür: Jetzt noch schnell ein leckeres Frühstück, dann einen Beitrag schreiben, danach die letzten Sachen für meine heutige Farbexperimentierstunde in der dritten Klasse gepackt und mit freudigen Eindrücken in den Tag gestartet.

Nun zu euch: Macht doch auch mal einen Achtsamkeitsspaziergang und achtet auf Geräusche, Gerüche und Gesehenes. Haltet dabei die Stimmung im Allgemeinen und eure Gefühle im Besonderen fest. Postet einen Beitrag und lasst es mich wissen. Ich komme gern zum Lesen vorbei! und wenn ich es im Laufe meines langen Tages (Zeugniskonferenzen, you know?) noch zeitlich schaffe, werde ich mal mit InLinkz was versuchen. Wenn alles klappt, kann ich damit eure (hoffentlich zahlreichen) Beiträge direkt hier verlinken. Also traut euch!!!!

Gefällt dir der Beitrag? Dann freue ich mich übers Teilen 🙂