Tja, wenn selbst Duracell keine Energie mehr zum Abgeben hat und der berühmte Hase nicht mehr trommeln kann, dann wird es Zeit zum Aufladen! Wer mich in den letzten Tagen erlebt hat, weiß dass ich da gerade von mir spreche.Gestern gipfelte meine Energielosigkeit, indem ich in der Pause im Lehrerzimmer nur noch so vor mich hin vegetierte und darauf wartete, dass ich meine eigentlich total gern durchzuführende Landart-AG einfach hinter mich bringe.

Mangelnde Freude

Ohne Lust, ohne Vorfreude auf das, was meine Schüler so fabrizieren. Einfach nur noch eine lästige Pflicht. Meine inneren Alarmglocken schrillten und trieben mich zur Ruhe, die ich mir dann doch nicht genommen habe. Irgendwo waren doch noch Reserven, die mich funktionieren ließen. Bis dann am Nachmittag der Körper seinen Tribut zollte und einfach mal ins OFF ging. Meine kleinste Tochter – die ja ziemlich feine Antennen hat – nutzte diesen Zustand mehr oder weniger schamlos aus. Während Mutti also eingeschlafen ist, schlich sie sich in den Nebenraum, stellte einen Stuhl in die Abstellkammer, holte die unter Verschluss gehaltenen Porzellanstifte hervor und malte, was das Zeug hielt. Auf Keramik, auf Papier, auf dem Boden, auf dem Pulli und auf den Händen. So wie es aussah, war sie nicht zu bremsen – bis sie sich vor ihren Händen ekelte, zu mir stürmte und mich bat, ihr doch mal die Hände wieder sauber zu machen. Allein hatte sie die Farbe nicht abbekommen – dafür das Badezimmerwaschbecken umso mehr 😉

Alarmzeichen des Körpers

Erst in diesem Moment realisierte ich, dass ich tatsächlich eingeschlafen war! Beim Anblick der Hände und des Pullis schwante mir schon Böses, aber ich bin ja nun mal eingeschlafen… Innerlich kämpfte ich einen Kampf mit Engelchen und Teufelinnen. Zum einen war ich über mich selbst entsetzt, dass ich eingeschlafen bin und somit das Ausmaß der künstlerischen Katastrophe  hinzunehmen habe. Zum anderen war ich innerlich ein kleines bisschen stolz auf die Cleverness meiner Tochter: „Oh, Mama schläft. Dann kann sie ja nicht schimpfen, wenn ich mal eben so und so und so mache…“ Ja die lieben Kleinen 🙂

Für sich selbst sorgen

Trotz eines kurzen Nickerchens war mein Akku nicht geladen. Man selbst sorgt nicht gut für sich, ist nachlässig mit seiner Achtsamkeit. Also musste ich handeln und mir selbst etwas Gutes tun 🙂 Abtauchen bis die Wolken wieder lila sind oder bis der purple rain mich vollends einhüllt und wohlig warm in die Arme nimmt 🙂

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Und nach etwa einer halben Stunde war der Akku dann wieder einigermaßen voll :-).

Seitdem ich depressiv erkrankt bin, nehme ich solche Zeichen natürlich sehr ernst. Vor Jahren hätte ich einfach irgendwie weitergemacht und mir die notwendige Ruhe nicht gegönnt. Doch genau das brauche ich. Wie gut, dass mich solche kleinen Dinge wieder zum Laufen bringen und ich der auflauernden Depression mit all ihren Tücken kurzerhand ein Schnippchen schlagen kann.

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