Wer kennt es nicht: ärgerliche Kinder, die unbedingt jetzt SOFORT etwas wollen und bei Nicht-Erfüllung eine Schnute ziehen, die Hände in die Hüfte stemmen, mit dem Fuß aufstampfen und ihren Protest in Worte fassen??? So was erlebe ich fast täglich, aber wenn es dann ein Erwachsener macht, ist es doch tatsächlich irritierend! Also drehte ich den Spieß mal um…
In einer kleinen Diskussionsrunde mit meinen Töchtern ergab sich wieder einmal ein „gemäßigt“ hitziges Gefecht um die Wahl des Spieles, das beim Spielnachmittag zuerst gespielt werden soll. Während sich meine beiden Süßen um „Uno“ oder „Bärenhunger“ zankten, schlug ich spontan „Memory“ vor. Was ich damit erzielte war absolute Einstimmigkeit: „NÖÖÖÖÖ“ – immerhin zwei Mädels und eine Meinung.
Nächster Versuch: „Verfühlt nochmal“- erneute Einstimmigkeit; „NÖÖÖÖ“. Na gut, dann aber „Tempo kleine Schnecke“. Nun riss der Geduldsfaden der Großen: „Oh Mama, nicht immer diese Babyspiele!“ Darauf die Kleine: „Ich bin doch kein Baby mehr, ich bin schon groß!“ Es entstand ein neues Wortgefecht zwischen den Mädels. Nun ging es um die Definition von GROSS. Das Thema „Spielen“ war vom Tisch, aber trotzdem nicht zielführend. Tja, was mache ich da? Erstmal Cappuccino – ab in die Küche und die Kinder sich streitend selbst überlassen….Tür zu. Durchatmen, sammeln und eine Spielentscheidung herbeiführen. Aber nicht mit meinen Kindern, denn die zwei brauchen jetzt ne Schiedsrichterin. So diplomatisch, wie ich nur kann, stimme ich beiden Kindern in ihren Definitionen für das „Großsein“ zu, präsentiere den Teller mit gebackenen Plätzchen und warte den Moment ab, in dem sich jedes Kind ein Plätzchen in den Mund geschoben hat und komme dann zu meiner Spielentscheidung (verbaler Widerstand geht ja gerade nicht, hihihi). „Da ihr ja nun beide groß seid, spielen wir nun etwas, das ICH mir wünsche: „Hexenküche“! Auf ihre Weise protestierten beide doch: die eine mit ner Schnute und verdrehten Augen und die andere mit Getrampel. Mein einziger Ausweg: ich mache mit! Hände in die Hüfte, Fuß aufgestampft und lauthals „Manno“ gerufen…Danach noch etwas übertriebene Jammerei im Sinne von „nie darf ich entscheiden, immer nur das was ihr wollt, ich will aber auch mal Bestimmer sein“und alles, was sich sonst die Kinder einfallen lassen haben. Siehe da 🙂 – mein scheinbar lächerlicher Auftritt fruchtet und die Große holt das Spiel aus dem Kinderzimmer. Die Kleine springt auf den Zug mit auf und während ich noch meinen Cappuccino austrinke, bauen die beiden in trauter Einigkeit das Spielbrett auf. Manchmal liegt die Lösung doch Solo nah, Mutter muss nur drauf kommen 🙂

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