Die Luft im Haus ist geschwängert mit frischem Plätzchenduft! Ein Geruch nach besonderen Plätzchen, der mir schon mit in die Wiege gelegt wurde und für mich eine wundervolle Kindheitserinnerung offenbart.

Bereits als kleines Mädchen habe ich mich auf die Tage gefreut, an denen meine Großmutter den ganzen Nachmittag in der Küche stand und ein Blech nach dem anderen produziert hat. Es handelte sich nämlich nicht um gewöhnliche Plätzchen wie sie auch in den Häusern der Nachbarschaft von Müttern, Großmüttern und Kindern gebacken wurden. Es waren ganz besondere Plätzchen – die konnte nur meine Oma backen. Ein Geheimrezept, das jahrelang gehütet wurde und ich erst in diesem Jahr selbst ausprobiert habe.  

Seitdem meine Kinder im Plätzchen-Alter sind, habe ich fast in jedem Jahr zur Weihnachtszeit Plätzchen gebacken. Als Kind war das nicht so häufig der Fall, denn Plätzchen konnte ich nur bei meiner Oma backen, die leider verstarb als ich selbst 8 Jahre alt war.

Meine Plätzchen-History

Da meine Mutter kein Interesse am Backen zeigte, habe ich viele Jahre an Weihnachten nicht den zauberhaften Duft riechen können, den nur frisch gebackene Plätzchen im Haus verströmen konnten.

Als Teenie habe ich mich jedoch mit einer Freundin zusammengetan und in ihrem Haus eine Art Plätzchen-Backwettbewerb gestartet und neue Sorten ausprobiert. Auch als junge Erwachsene habe ich hin und wieder den Rührlöffel geschwungen und verschiedene Sorten aufs Blech gezaubert. Als Mutter habe ich meine Experimentierfreudigkeit für neue Plätzchen-Varianten jedoch verdrängt und nur einfache Teige zum Ausstechen gebacken. In diesem Jahr wollte ich aber meine eigene Kindheitserinnerung durch den besonderen Duft der nordischen Plätzchen wieder aufleben lassen. Kurioserweise ist meine große Tochter nun genauso alt wie ich damals, als meine besondere Plätzchen-Erinnerung mit meiner Großmutter verstarb.

Auf der Suche nach den richtigen Plätzchen

Da wir in diesem Jahr bereits schon im Oktober und November Plätzchen zum Ausstechen gebacken haben, war unser Gebäckvorrat bereits Anfang Dezember aufgebraucht. Meine Kinder wollten da natürlich für Nachschub sorgen und baten mich, „unseren“ Plätzchenteig anzurühren, damit sie wieder ausstechen können. In diesem Zusammenhang erzählte ich ihnen die Geschichte von meiner Oma. Davon, dass ich mich schon immer freute, wenn ich aus der Schule kam und es so herrlich roch. Davon, dass meine Oma den ganzen Tag gebacken hat und die Plätzchen in großen alten Mayonnaise-Eimern gelagert wurden. Davon, dass diese Erinnerung und der damit verbundene andere Geruch nach Keksen für mich immer besonders schön war. Meine Große war sehr angetan und wollte unbedingt wissen, was für ein Geruch das war.

Ich erinnerte mich daran, dass der Geruch mit Hirschhornsalz zusammenhing und recherchierte im Internet nach dem Rezept. Gefunden habe ich hier ein Rezept für Hirschhornsalz-Plätzchen, das sich sehr vielversprechend anhörte und einfach nachzumachen war. Wir besorgten also die erforderlichen Zutaten und buken was das Zeug hielt. Die Plätzchen waren allesamt lecker und haben auch unseren Freunden sehr gut geschmeckt, aber der Plätzchenduft meiner Kindheit war damit noch nicht so ganz verbunden. All meine weiteren Recherchen, um dem Rezept meiner Oma auf die Schliche zu kommen, blieben erfolglos. Doch dann kam mir ein Geistesblitz! Ich hakte bei meiner Tante nach und bekam prompt ein Rezept mit riesigen Mengenangaben – die Bauern früher hatten ja immer kübelweise Kekse gebacken, um auch noch für das neue Jahr was auf Vorrat zu haben. Für den normalen Hausgebrauch habe ich das Rezept daher etwas abgewandelt.

Jetzt seid ihr sicherlich neugierig, was das für besondere Plätzchen sind, die auch im Januar noch Gaza,entfremden bereiten und jede Kaffeetafel bereichern… Für euch lüfte ich das Geheimnis und stelle euch unser Familienrezept gern zur Verfügung 🙂

Margrets weiSSe Plätzchen 

500 g Mehl

250 g Zucker (+ Zucker für die Zuckerschicht)

200 g flüssige Butter

2 Eier

5 g Hirschhornsalz

2/3 Paket Kardamom

1 Pckg. Vanillezucker, etwas geriebene Zitronenschale

Das Hirschhornsalz wird zunächst in etwas lauwarmem Wasser aufgelöst (es riecht etwas) und dann mit den übrigen Zutaten vermengt. Die Mischung wird zu einem glatten Teig verknetend für drei Stunden kühl gestellt. Danach kann der Teig ausgerollt und mit einem Glas oder rundem Ausstecher ausgestochen werden. Zum Schluss werden die runden Plätzchen in Zucker (Zuckerschicht) gedrückt und mit kleinem Abstand zueinander aufs Backblech gelegt.

Im vorgeheizten Ofen (160°C) bleiben die Plätzchen etwa 10-15 Minuten und kühlen anschließend aus. Im warmen Zustand eine sie teilweise noch weich, allerdings ändert sich dies sobald sie kalt sind. In einer Plätzchendose aufbewahrt halten sie übrigens sehr lange :-).

wieße PlätzchenFalls jemand von euch die Plätzchen nachmachen möchte, freue ich mich über Kommentare. Denn die Plätzchen sind wirklich anders, als alle anderen Weihnachtsplätzchen und somit auch etwas besonderes unter all den übrigen Plätzchensorten.

 

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9 Comments on Weiße Plätzchen

  1. Ich liebe Plätzchen und bei uns gibt es kein Weihnachten ohne! Unsere sind meist noch mit Schokolade verziert, aber ganz weiße Plätzchen sind ja auch mal eine schöne Rezeptidee! Ich muss mir dringend noch ein oder zwei Plätzchen aus der Dose fischen, bevor ich zur Arbeit muss 🙂 Jetzt hast du mir Appetit gemacht!

    Liebe Grüße
    Jana

  2. Ich habe die letzten Jahre nie Weihnachtsplätzchen gebacken, ohne Kinder macht das irgendwie kein Spaß. Meine Schwester hat aber mit ihrer Tochter gebacken und mir ein Päckchen mit Weihnachtsplätzchen geschickt. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Das Rezept klingt auf jeden Fall sehr lecker 🙂 LG und noch eine schöne Vorweihnachtszeit. Tanja

    • Hallo Tanja,
      wie schön, dass du bei mir kommentiert hast. Bin ja jeden Tag fleißig auf deiner Seite, um am Gewinnspiel für deinen Adventskalender mitzumachen. Eine tolle Aktion! Mir fehlte dafür die Zeit, deswegen finde ich dein Engagement umso bemerkenswerter!
      Auch ohne Kinder kann ich dir raten, die Plätzchen mal auszuprobieren – der Geschmack ist wirklich einmalig 🙂

      Liebe Grüße
      Yvonne

  3. Lustig, genau so kenne ich die weißen Plätzchen auch! Leider habe ich es bislang noch nicht geschafft, mich an eine begane Alternative zu wagen, werde das aber aufgrund deines Artikels in der kommenden Woche endlich nachholen. Vielen Dank für die Erinnerung an Kindheitstage!

    Herzliche Grüße

    Sissi

    • Hallo Sissi,
      na wer weiß wo meine Oma das Rezept ausgegraben hat 🙂 Vielleicht kann man die Butter durch Margarine ersetzen… Bin auch schon am Überlegen gewesen, ob der Zucker durch Stevia ersetzt werden kann, aber auf Experimente wollte ich mich nicht so einlassen…

      Liebe Grüße
      Yvonne

  4. Hallo und danke für das Rezept. Meine Mutter hat zu Weihnachten diese Plätzchen gebacken, leider ging das Rezept verloren. So habe ich „Butterplätzchen-Teig“ genommen, aber das Bakpulver durch Hirschhornsalz ersetzt. Nach dem Backen riechen sie ganz streng, verliert sich aber. Zu weihnachten habe ich sie „gefüllt“ (ein Tag vor Verzehr) mit einfacher (Buttercreme (Vanillepudding als Grundlage. Bestreut mit Puderzucker schmecken sie wunderbar. Dieses Jahr sind sie wieder auf dem Weihnachts-
    teller. denn alle sehnen sich danach.
    Die Plätzchen sollten gut einen Monat vor Weihnachten gebacken sein.

  5. Hallo zusammen, ich habe das Rezept von Großmutters weißen Plätzchen ausprobiert. Es hat alles gut geklappt und es sind himmlische Kekse. Ich habe diese Rezept meinem Keksrepertoir hinzugefügt und werde es noch öfter backen. Vielen lieben Dank und vorweihnachtliche Grüße. Bine

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